Sextoys als Zika-Virus-Überträger?

© dapd/Steffi Loos

Nachgefragt
02/24/2016

Sextoys: Konkurrenz für den Mann?

Sexualtherapeutin Elia Bragagna über Spielzeug im Schlafzimmer.

von Gabriele Kuhn

Im 200.000-Dollar-Goodie-Bag für Oscarnominierte findet sich heuer auch ein "Vorspiel-Toy". Sex-Spielzeug ist also längst keine Angelegenheit für den geheimen Darkroom, sondern mitten in der Gesellschaft angekommen. Die Frage ist nur: Wie baut man es spielerisch in Beziehungen ein?

KURIER: Sextoys scheinen endgültig aus der Schmuddel-Ecke draußen zu sein – kann damit heute jeder was anfangen?

Elia Bragagna: Ja, Sextoys sind längst normale Lifestyle-Accessoires, werden aber als solche sicher noch immer nicht von der gesamten österreichischen Bevölkerung betrachtet. Das erkennt man etwa daran, dass zwar die Mehrheit weiß, dass es sie gibt und auch ihren Zweck und Wert erkennt, aber nur ganz wenige offen in ihrem sozialen Umfeld zugeben, diese zu besitzen und zu verwenden.

Es gibt also immer noch Vorbehalte und Tabus?

Sextoys werden zum einen von vielen als Konkurrenz zum Mann gesehen, die der Frau die Erfüllung bringen, die er nicht schafft. Zum anderen scheint es nach wie vor zu irritieren, dass die Frau damit eine Form der Sinnlichkeit lebt, die nur etwas mit ihr zu tun hat. Geschichtlich ist es noch nicht so lange her, dass die weibliche Sexualität ausschließlich dazu diente, den Mann zu befriedigen oder Kinder zu zeugen.

Was hat sich in der Wahrnehmung gewandelt?

Sextoys sind heute Ausdruck autonomer, weiblicher Sexualität, losgelöst von Reproduktion und ehelichen Pflichten. Alleine das Wort "Sex-Spielzeug" zeigt die andere Gewichtung in der weiblichen Sexualität, es geht um Freude, Leichtigkeit, Befriedigung und Lustgewinn.

Empfehlen Sie Sextoys?

Ja, das mache ich dann, wenn die Frau, der Mann, das Paar sich selbst näher kennenlernen und die ganze Palette der Spielmöglichkeiten des eigenen Körpers und der sexuellen Begegnungen kennenlernen möchten.

Und wie nehmen das die Männer auf?

Was ich anfänglich nicht bedacht hatte, war, dass manche Männer Sextoys als Konkurrenten empfinden, welche die Frau "mehr befriedigen als sie". Wenn sie aber erst einmal erkennen, dass diese sie unterstützen, mehr Freude zu bringen, und dass dasselbe Sexspielzeug auch bei ihnen unbekannte Sensationen auslösen kann, dann sind sie meist begeistert über die Verbündeten.

Info: Bei Österreichs erster sexualmedizinischer Hotline können Menschen, die Fragen zum Thema Sexualität oder sexuelle Probleme haben, mit sexualmedizinisch geschulten ÄrztInnen sprechen. Tel.: 0900 88 80 80, genaue Sprechzeiten: www.sexmed.at., Selbstkostenpreis von 1,80 Euro/Min.

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