Leben
06.02.2017

Schweden: Feministischer Konter auf Trumps Macho-Politik

Bei der Unterzeichnung eines neuen Gesetzesentwurfes zum Klimaschutz wählte die stellvertretende schwedische Ministerpräsidentin Isabella Lövin ein ganz besonderes Setting.

Am vergangenen Freitag lud Lövin ein Foto auf Twitter und Facebook hoch, welches die Politikerin beim Unterschreiben eines Vorschlags für das neue schwedische Klimagesetz zeigt. Umringt ist sie dabei von insgesamt sieben Frauen - und das ist kein Zufall.

Geballte Frauenpower

Bei den Damen handelt es sich um Mitglieder ihres Teams, mit dem die Vize-Ministerpräsidentin das Ministerium für Internationale Entwicklungszusammenarbeit leitet. Die Aufstellung der Frauen hinter Lövin erinnert stark an ein Foto von Donald Trump, welches vor wenigen Wochen im Oval Office geschossen wurde.

Der neue US-Präsident zeigte sich damals kurz nach seiner Amtseinführung umringt von männlichen Mitgliedern seines Regierungsstabs bei der Unterzeichnung eines Erlasses.

Kontroverses Detail: Bei dem Erlass handelte es sich um ein Papier, welches staatliche Finanzhilfen für internationale Organisationen, die über Abtreibungen beraten oder Schwangerschaftsabbrüche anbieten, verbietet.

Die Aufnahme sorgte Ende Jänner international für Aufsehen. "Männer treffen Entscheidungen über die Körper von Frauen", so der kritische Tenor (mehr dazu hier). Auch das von der schwedischen Ministerin geteilte Bild wirkt wie eine subtile Kritik an Trumps Politik.

Gegenüber dem schwedischen Portal The Local sagte Lövin, das Foto solle zeigen, dass "wir eine feministische Regierung sind". Die Bildsprache des Fotos wollte sie nicht eindeutig kommentieren, es sei dem Beobachter überlassen, "das Foto zu interpretieren".

Kontrastprogramm zu Trump

Interessant ist auch der Inhalt des von Lövin unterschriebenen Gesetzesentwurfes. Dabei handelt es sich um ein vorgeschlagenes Klimagesetz, welches durchaus ambitionierte Ziele enthält. So wird darin festgehalten, dass Schweden ab 2045 keine CO2-Emissionen mehr produzieren soll.

Auch inhaltlich offenbart sich also ein Kontrastprogramm zu Trump. Dieser gilt bekanntlich als Klimaschutz-Skeptiker. Aktive Maßnahmen gegen den fortschreitenden Klimawandel befürwortet er nicht - einen Hehl macht er daraus nicht. Bereits 2012 verkündete er auf Twitter, dass der Klimawandel eine Erfindung der Chinesen sei, mit dem Ziel die amerikanische Wirtschaft zu schädigen - und damit eine Lüge. "Alle Regulierungen, die nicht aktuell, unnütz, schlecht für Arbeiter oder im Gegensatz zu nationalen Interessen stehen, werden aufgegeben oder verschrottet", wetterte der Republikaner vor der Wahl. Nach der Wahl schwächte er seinen Aussagen im Interview mit der New York Times ab. "Ich sehe mir das sehr genau an, (...) Ich stehe dem Ganzen offen gegenüber", sagte er.