Leben
31.08.2018

#saggyboobsmatter: Hängende Brüste erobern Instagram

Mit dem Hashtag #saggyboobsmatter richten sich Frauen gegen den omnipräsenten Schönheitswahn.

Flacher Bauch, knackiger Po, dellenfreie Oberschenkel: Der Schönheitswahn macht vor so gut wie keinem Teil des weibliches Körpers Halt. Auch für obenrum, also das Dekolleté, gibt es eine Idealvorstellung: Möglichst straff, möglichst fest und möglichst wohlgeformt sollten Brüste demnach sein.

Tatsächlich trifft diese Beschreibung wohl nur auf die wenigsten Frauen zu. Stattdessen sind Brüste oft ungleich groß, weisen Dehnungstreifen auf und verändern sich durch Schwangerschaft, Stillzeit und im Laufe des Lebens.

#saggyboobsmatter

Um Frauen nicht länger das Gefühl zu geben, sie seien mit ihren vermeintlich abnormalen Brüsten allein, hat Fashionbloggerin Chidera Eggerue den Hashtag #saggyboobsmatter ("hängende Brüste sind auch etwas wert") ins Leben gerufen.

Unter dem Schlagwort posten seit einigen Wochen zahlreiche Frauen Bilder ihres Busens. Inzwischen tummeln sich bereits über 6.000 Bilder unter dem Hashtag.

Selbstliebe statt Brust-OP

Mit der Kampagne verarbeitet Eggerue auch ihre eigene Geschichte, wie sie im Interview mit dem Guardian erzählt. Zu ihrem 18. Geburtstag wünschte sich die heute 23-Jährige nichts sehnlicher, als eine Brust-OP. "Ich dachte mir einfach: 'Ich werde mir die Brüste operieren lassen und dann werde ich nicht mehr traurig wegen ihnen sein'", erinnert sie sich im Interview.

Zu der Operation sollte es nie kommen. Stattdessen realisierte die gebürtige Londonerin, wie fehlgeleitet ihre Körperwahrnehmung war. Eggerue beschloss, nicht mehr mir ihren "schlaffen" Brüsten zu hadern und diese auch nicht mehr mittels BH zu verstecken. Anstelle von Anerkennung erntete sie allerdings kritische Kommentare. Man könne ihre Nippel erkennen, ihre Brüste würden sich zu viel bewegen, sie solle sich bedecken, hieß es.

Um sich gegen die permanente Bewertung ihres Äußeren zu wehren, gründete sie den Blog Slumflower, mit dem sich die Britin für einen selbstbewussten und selbstbestimmten Umgang mit Körpern und Körperlichkeit einsetzt – fernab des Mainstreams und gängiger Schönheitsideale.

Ihre Fanbase wuchs rasant und ließ #saggyboobsmatter entstehen. Für ihre Initiative wird Eggerue viel positives Feedback zuteil: "Mir haben sogar Frauen, die über 50 Jahre alt sind, geschrieben, dass sie so froh sind, dass sie mich und die Saggy-Boobs-Matter-Bewegung entdeckt haben."