Leben
07/04/2019

Rassismus-Vorwürfe: Alitalia zieht Werbung mit Obama-Imitator zurück

Nach der Veröffentlichung wurde der Vorwurf des "Blackfacing" laut. Mittlerweile hat sich die Airline entschuldigt.

Die italienische Fluggesellschaft Alitalia hat nach heftiger Kritik in sozialen Medien eine Werbekampagne mit einem Imitator des früheren US-Präsidenten Barack Obama zurückgezogen.

Dem Unternehmen war Rassismus vorgeworfen worden, weil es in dem Werbespot für eine neue Washington-Route im Stile des "Blackfacing" einen als Schwarzen geschminkten Darsteller eingesetzt habe.

"Respekt ist Pflicht"

Die Airline entschuldigte sich. Das Video sei inzwischen entfernt worden. "Respekt für jeden ist für unser Unternehmen Pflicht. Es war nie unsere Absicht, jemanden zu verletzen, und wir haben aus dem Geschehenen gelernt", schrieb Alitalia am Mittwoch auf Twitter.

Blackface-Skandale

Blackface ist eine rassistisch geprägte Theater- und Unterhaltungsmaskerade, die in den Minstrel Shows des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten entstand. Dabei malten sich weiße Künstler das Gesicht schwarz und parodierten schwarze Mitbürger. Sie wurden meist als naiv, trunken und schwachsinnig dargestellt.

Das Thema Blackface ist in Europa nicht unbekannt. Im Jahr 2014 pöbelte PULS 4-Moderator Chris Stephan It-Girl Kim Kardashian am Wiener Opernball an. Sein Gesicht hatte Stephan damals schwarz angemalt.

Im Dezember 2013 wurde dem ZDF in Twitterkommentaren vorgeworfen, in der Sendung "Wetten, dass..?" vom 14. Dezember 2013 eine an Blackface erinnernde Stadtwette durchgeführt zu haben. Augsburger Bürger wurden aufgefordert, paarweise als Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer verkleidet auf die Bühne zu kommen.

In jüngerer Vergangenheit wurde auch Kim Kardashian selbst bei der Vermarktung ihrer Make-up-Linie Blackfacing vorgeworfen.