© Facebook/Screenshot

Hot girls eat free
08/04/2016

Gratis-Essen für "scharfe Frauen" empört

"Sex sells" - das dachte sich auch eine australische Pubbesitzerin und löste mit einem Werbeplakat eine Sexismus-Debatte aus.

Das Petersham Inn im australischen Sydney macht derzeit national und international Schlagzeilen. Zwar wird das Lokal in der Berichterstattung nicht gerade rühmlich erwähnt, doch wie sagt man so schön: only no press is bad press.

Konkret geht es um ein Werbeplakat, das von der Besitzerin der Lokalität am Eingang ausgehängt wurde. Bianca McDonald, die das Pub erst kürzlich übernommen hat, wollte mit einer Gratis-Aktion Neukundinnen anwerben. In der unmittelbaren Nachbarschaft sorgt das sexualisierte Plakat und der Slogan "Hot girls eat free" (zu Deutsch: "Scharfe Frauen essen gratis") jedoch für Empörung. Neben dem Slogan ist auf dem Poster auch eine junge, gestylte Frau abgelichtet, die genüsslich von einer Pizzaschnitte abbeißt.

Doch damit nicht genug. Neben McDonalds werblichen Methoden ist den Anrainern auch der Führungsstil der Frau nicht ganz geheuer. Seit McDonald das Restaurant übernommen hat, wurde das einst familienfreundliche Image von dem etwas schäbigen einer US-amerikansichen Sports Bar ersetzt. Außerdem eröffnete sie direkt nebenan einen Strip Club mit Oben-ohne-Kellnerinnen.

Genug ist genug

Vor allem die Mütter aus der Gegend sind schockiert über das dreiste Plakat. In der Facebookgruppe Inner West Mums lassen die Frauen ihrem Ärger laut dem Daily Telegraph freien Lauf. "Völlig entsetzt! Das ist vollkommen skandalös in der heutigen Zeit" oder "Das ist beleidigend und falsch. Wie erkläre ich das meinen zwei Töchtern?" ist da beispielsweise zu lesen. Auch der größere gesellschaftliche Kontext wird aufgezeigt. So schreibt eine Userin: "Kein Wunder, dass so viele junge Mädchen Probleme mit ihrem Selbstwert haben!"

Auch auf der Facebookseite des Pubs hagelt es negative Bewertungen und böse Kommentare.

"Warum sollte man nicht ein bisschen Spaß haben?"

Obwohl einige Nutzer auch die unterhaltsame Seite der Aktion zu würdigen wissen, musste die Besitzerin aufgrund der breiten Kritik Stellung zu der Sache nehmen. Eine Entschuldigung oder gar ein Schuldeingeständnis kam dabei für McDonald nicht in Frage. Ganz im Gegenteil. Gegenüber dem Daily Telegraph erklärte die Besitzerin, dass sie und ihr Team die Idee als "kreative und lustige Art" entwickelt hätten, um einen Konsumanreiz für Frauen zu schaffen. "Es gibt so viele langweilige Schilder da draußen, warum sollte man nicht ein bisschen Spaß haben?", so McDonald uneingeschüchtert. Außerdem sei sie enttäuscht über den ausbleibenden Run auf ihre Gratis-Mahlzeiten. Bisher hätten erst drei Frauen das Angebot in Anspruch genommen. Und das obwohl jede Frau, die das Pub betrete und sich selbst als "scharf" bezeichne ohne Bezahlung speisen könne. Die Pubbesitzerin überlegt nun, das Schild noch prominenter zu platzieren.

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