Nächster milliardenschwe­rer Börsegang

LivingSocial will an die Börse
Foto: AP/Jacquelyn Martin

"LivingSocial" strebt an die Wall Street. Das Unternehmen soll schließlich einen Börsenwert von 10 bis 15 Mrd. Dollar erreichen.

Die Liste der blutjungen Internet-Firmen, die an die Börse streben und plötzlich Milliarden wert sind, scheint noch länger zu werden. Nach einem Bericht des Wall Street Journal und des TV-Senders CNBC vom Freitag zieht es nun auch die Schnäppchen-Website LivingSocial aufs Parkett. Demnach will der Groupon-Rivale rund 1 Milliarde Dollar (701 Mio. Euro) über Aktienverkäufe einsammeln.

Die Zeitung berief sich in ihrem Bericht auf eingeweihte Personen. Laut denen hat LivingSocial gerade unter anderem die Deutsche Bank mit den Vorbereitungen für den Börsengang beauftragt. Am Ende soll das Unternehmen inklusive der Aktien, die bei den Alteigentümern verbleiben, einen Börsenwert von 10 bis 15 Milliarden Dollar erreichen.

LivingSocial funktioniert wie Groupon: Die Websites bieten ihren Nutzern täglich Sonderangebote bei Firmen aus der Umgebung. Das Ganze funktioniert aber nur, wenn genügend Leute zugreifen. Die Internet-Unternehmen selbst kassieren eine Provision für die Vermittlung. Das Geschäft boomt und so finden sich immer mehr Nachahmer. Unter anderem zieht Google seinen eigenen Schnäppchen-Dienst namens "Google Offers" auf.

Aufgebläht

Groupon strebt ebenfalls an die Börse und hat seine Pläne auch schon offiziell gemacht. Bis zu 750 Millionen Dollar will das Unternehmen einsammeln. Die New York Times hält es sogar für denkbar, dass Groupon wegen der hohen Nachfrage das Volumen aufstockt und am Ende bis zu 3 Milliarden Dollar erlöst; der Gesamtwert soll dann bei unglaublichen 30 Milliarden Dollar liegen.

Bei den Internet-Firmen herrscht derzeit Goldgräberstimmung. Jüngst sind das berufliche Online-Netzwerk LinkedIn und das Internet-Radio Pandora mit Milliardenbewertungen an die Börse gegangen, der Online-Spieleentwickler Zynga ist gerade auf dem Weg dahin und Facebooks Sprung aufs Parkett wird für 2012 erwartet. Viele der Firmen verdienen dabei nicht einmal Geld. Kritiker warnen deshalb schon vor einer neuen Internet-Blase.

(apa/dpa / csm) Erstellt am
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