© APA/AFP/VALERIE MACON

Leben Mode & Beauty
12/17/2021

Ganz schön aufgeblasen: Wenn Puffer Jackets Größe zeigen

Wattierte Mäntel und Daunenjacken sind jetzt überdimensional groß an Trendsettern zu sehen. Die verrücktesten Stücke sind nur begrenzt alltagstauglich und sündteuer - aber immerhin eine wärmende Angelegenheit

von Christina Michlits

Was trägt man auf einem roten Teppich? Einen gigantisch großen Daunenmantel, wenn es nach Teenie-Superstar Billie Eilish geht. Bei dem „Variety Music Hitmakers Brunch“ in Los Angeles erschien die Sängerin in einem knöchellangen dunkelroten Ungetüm und zeigte damit, dass die sogenannten Puffer Jackets längst nicht mehr alleine für kalte Wintertage im Schnee gedacht sind.

Kultjacken von North Face

Eingeläutet hat diesen Trend Demna Gvasalia, einer der prägendsten Designer der letzten Jahre. Bei Balenciaga als auch seiner eigenen Marke Vetements zeigte er schon 2016 Puffer Jackets am Laufsteg. Der Hype um die warme Outdoor-Kleidung wurde dann so richtig angefacht, als Modevorbilder wie Kendall Jenner oder Emily Ratajkowski in dicken Funktionsjacken von North Face durch New York spazierten.

Aber auch elegante Outfits werden nun mit der Funktionskleidung gebrochen. So stöckelte Sängerin Rihanna erst vor einigen Tagen in Daunenjacke gepaart mit High Heels zu einem Event, Kim Kardashian kombiniert ihren roten Puffer Mantel mit Kapuzenpulli, rosa Stiefeln und Glitzertasche.

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Die Wanderlust der Mode

Das höchst unmodisch geltende Stück ist also zum neuen It-Piece avanciert. Nicht umsonst hat sich gar das Luxushaus Gucci mit Outdoorspezialist North Face für eine Kollektion zusammengetan. Die Modeszene hat die Wanderlust aus ästhetischer Sicht für sich entdeckt. Guccis sündteure Jackerl können nun in eisigen Höhen getragen werden – oder man zeigt sich wasserfest am Red Carpet.

Jacke um 4.170 Euro

Je größer, desto besser lautet das Motto für die aller neuesten Kreationen von Miu Miu, Louis Vuitton oder Rick Owens. Letzterer hat für Jackenhersteller Moncler seine architektonisch-skultpuralen Entwürfe in Daunenform realisiert. Herausgekommen sind riesige Jacken-Kunstwerke, um die sich honorige Fashionvictims reißen. Der Kreis der Eigentümer hält sich bei 4.170 Euro für den „Hikoville“ Daunenmantel aber wohl Grenzen. Modeketten haben ohnehin schon fleißig von Luxushäusern kopiert und nun unzählige Oversize-Exemplare im Angebot.

Passt in unseren Comfort-Alltag

Die hippe Funktionskleidung passt auch gut in unseren neuen Pandemie-Alltag, in dem es vor allem um Wohlbefinden geht. Ohne die öffentliche Blicke und Zusammenkünfte ist nämlich oft „Comfort Dressing“ angesagt. Zwickende Hosen und ungemütliche Jacken haben viele schon in den letzten Monaten entsorgt. Flauschige Mäntel kommen dem neuen Modeverständnis da nur entgegen.

Obwohl: Alltagstauglich sind die extremsten Kreationen dann auch nicht unbedingt – wenn man sich durch zu viel Stoff nur eingeschränkt wie ein Michelin Männchen bewegen kann. Im Zweifelsfall halten sie immerhin schön warm. Nicht die schlimmste Eigenschaft für eine Winterjacke.

Daunenfüllung
Die Daunenjacke gilt  als wärmste und atmungsaktivste Variante aller Überbekleidungen. Seit 1999 ist Lebenrupf in Europa verboten - also Gänsen ohne Sedierung die Feder vom Leib zu reißen. Trotzdem finden Hersteller nach wie vor Schlupflöcher, um der steigenden Nachfrage nach dem leichten und warmen Innenfutter gerecht zu werden, erklärt Corinna Reinisch von  Vier Pfoten. Fehlende Rückverfolgbarkeit ist nach wie vor ein Problem. Auf diese Gütesiegel kann man aber achten: “Responsible Down Standard“, “Traceable Down Standard“ und “Downpass“

Alternativen
Es gibt immer mehr pflanzliche und synthetische Daunenalternativen. Reyceltes Polyester, Lyocel, Baumwolle und Leinen gehören zu den  Füllmaterialien – und halten ebenfalls sehr warm. „Der Durchschnittseuropäer geht nicht auf den Mount Everest. Wir sind nicht auf Daune angewiesen“, so Reinisch.

Maria Zelenko

 

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