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Leben Mode & Beauty
11/08/2021

Ausgelatscht: Der Recycling-Schmäh

Reporter verwanzten Turnschuhe und zeichneten ihre „Reise“ nach.

von Anita Kattinger

„Kauf weniger, wähl’ gut, behalt es“: Mode-Ikone Vivienne Westwood druckt ihren weisen Ratschlag sogar auf T-Shirts. Schätzungen zufolge verursacht die Modeindustrie jährlich mehr Treibhausgasemissionen als alle weltweiten Flüge und Schiffe zusammen. Laut Studien wird jedes fünfte Kleidungsstück in unserem Kleiderkasten gar nicht getragen – die durchschnittliche Lebensdauer von Klamotten beträgt sowieso nur sechs Jahre. Mode-Unternehmen wie H&M oder Zara bieten deswegen ihren Kunden Altkleider-Sammelstellen an: Wenn schon etwas Neues, dann sollte man das Alte doch recyceln. „Gut für die Gesellschaft. Gut für die Umwelt“, so wirbt etwa der spanische Moderiese gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz für die Sammelboxen.

Das Experiment

Ein deutsches Reporter-Team der Zeit und NDR-Info wollte wissen, was tatsächlich passiert, wenn Turnschuhe bei Zara und anderen Fast-Fashion-Unternehmen entsorgt werden. Dafür versteckten sie GPS-Tracker im ausrangierten Schuhwerk von elf Promis, entsorgten die Schuhe und verfolgten sie fünf Monate lang. So verließen die Sneakers des deutschen Musikers Jan Delay zwei Tage, nachdem sie bei Zara abgegeben wurden, die Filiale in der Hamburger Innenstadt. Kurze Zeit später kam das Signal aus der Halle eines Entsorgungsunternehmens, wo Privatleute und Unternehmen ihren Abfall abgeben können. Eine Zeit lang sendete der Turnschuh noch das Signal, dann war Funkstille.

Das spanische Mode-Unternehmen und das Rote Kreuz schieben die Verantwortung von sich und verweisen jeweils auf den anderen: „Der Weg der erwähnten Schuhe lässt sich nicht genau zurückverfolgen.“

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