Mit bunten Steinen die Welt entdecken

Pestas sind lehrreiche Domino- und Bausteine in einem.
Pädagogik.Wie einfache Holzklötze die Gesetze der Physik und Mathematik begreifbar machen.

Alles begann in Ecuador, in einer kleinen freien Schule. Dort müssen die Kinder nicht still sitzen, vorgegebenen Stoff nachkauen und für Prüfungen lernen. Sie dürfen lernen, indem sie ihre Umwelt entdecken. Dafür wurde eigens Unterrichtsmaterial entwickelt, z. B. bunte kleine Plättchen.

Solche Steine brachte vor Jahren ein Schüler mit nach Niederösterreich in eine kleine freie Schule. Dort wurde das Material schnell zum Hit, Nachschub wurde dringend gesucht. Engelbert Stängl, Vater und von Beruf Tischler, machte sich sofort ans Werk. Bald produzierte er nicht nur für die Schule, sondern auch für Freunde und Bekannte: "Über sieben Jahre hinweg haben wir die Steine weiter entwickelt, bis sie optimal waren", erzählt Stängl. Jetzt sind sie so ausgereift, dass sie in einem Werk in Pottenbrunn in Serie produziert werden. Benannt wurden sie nach der südamerikanischen Pestalozzi-Schule, kurz "Pesta".

Mit Bausteinen spielen – klingt nach Kindergarten. Doch wer die "Pestas" in die Hand bekommt, wird automatisch kreativ und lernt vieles nebenbei. "Wir müssen den Kindern keine physikalischen Gesetze beibringen. Die lernen sie hier so in der Praxis, indem sie ausprobieren, ob zum Beispiel ein Turm hält oder nicht. Schwerkraft ist für sie bald mehr als nur graue Theorie", sagt Stängl.

Bauklötze staunen

Dabei werden nicht nur die Kinder klüger, sondern auch Erwachsene staunen manchmal über die Bauklötze. "Am meisten hat mich überrascht, dass ein Bub es geschafft hat, einen trichterförmigen Turm zu bauen, der unten spitz zuläuft. Das hat mir wieder einmal gezeigt, dass wir Erwachsene den Kindern nie sagen dürfen, dass etwas nicht geht. Das müssen sie alles selbst entdecken und manchmal lernen eben wir ,Alten‘ auch noch dazu."

Ein weiterer Lerneffekt: Statik wird erlebbar gemacht. Zählen, addieren, multiplizieren, das alles üben die Kinder ebenso wie ihre motorischen Fähigkeiten. Die leicht angeraute Oberfläche der "Pestas" sorgt dafür, dass die Steine nicht so leicht aus der Hand rutschen.

Das ist besonders dann wichtig, wenn die Schüler gemeinsam eine Domino-Bahn aufbauen: "Da ist Fingerspitzengefühl gefragt, aber auch Frustrationstoleranz und Kommunikationsfähigkeit."

Den Kindern, die mit den ökologisch produzierten Steinen spielen, ist es letztendlich egal, was sie dabei lernen. Hauptsache, es macht Spaß. "Und das ist das Wichtigste an der Sache", sagt Stängl.www.pestas.net

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