© /KURIER-Grafik: Manuela Eber

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03/14/2015

Mathe-Fans feiern heute den Pi-Day

PI-Day: So heißt die spleenige Party, die jedes Jahr am 14. März Punkt 1 Uhr 59 nachmittags beginnt. Warum nur?

von Susanne Mauthner-Weber, Gabriele Kuhn

An renommierten Universitäten wie Harvard und am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge stopfen sich Studenten und Professoren heute mit Kuchen voll. Im Hintergrund läuft Musik von Kate Bush, und abends werden Pizzen und Pistazien gereicht, dazu wird Pina Colada getrunken.

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Und all das hat einen wissenschaftlichen Hintergrund: Am 14. März ist Pi-Day. Wer es ganz genau nimmt, zelebriert die Zahl, die das Verhältnis von Kreisumfang und Kreisdurchmesser repräsentiert, exakt um 1 Uhr 59 und 26 Sekunden; denn ihre weiteren Dezimalstellen lauten 1-5-9-2-6.

Heuer war die Vorfreude unter den Pi-Adoranten besonders groß, entspricht das Datum (in englischer Schreibweise 3/14/15) doch den ersten fünf Stellen der Konstante. Nimmt man auch noch eine bestimmte Tageszeit mit, kommt man sekundengenau auf 10 Stellen.

Erfinder

Seit 1987 feiern Matheverrückte, Computerfreaks und Wissenschaftler die Zahl Pi. Hauptsächlich in den USA. Die Idee stammt von Larry Shaw. Der weißhaarige Physiker baute in einem Wissenschaftsmuseum in San Francisco, exakt in der Mitte eines runden Raumes, einen Pi-Schrein auf. Ein Messingteller, in den die ersten hundert Stellen der Zahl graviert waren. Zusammen mit Freunden umrundete er den Teller. "Leute laufen in vielen Kulturen und Religionen um Dinge herum, um ihnen Respekt zu zollen", sagt Shaw nicht ganz ernst.

Inzwischen wird der Pi-Tag nicht nur in den USA gefeiert – auch in Europa haben sich Fan-Gemeinden gebildet. In Österreich etwa feiern die Freunde der Zahl Pi selbige seit 1997 und verkaufen Pi-shirts.

Nahe der Sezession in Wien hat der kanadische Künstler Ken Lum der Zahl Pi ein Denkmal gesetzt: 478 Nachkommastellen der Kreiszahl sind da auf einer verspiegelten Wand zu sehen. Außerdem laufen auf einem LED-Display weitere Stellen durch.

Die "Kreiszahl" scheint also kreativ zu machen: In der Science-Fiction-Serie Raumschiff Enterprise etwa bemächtigt sich in Folge 43 ein fremdes Wesen des Bordcomputers. Spock befiehlt darauf dem Computer, die Zahl Pi bis auf die letzte Nachkommastelle zu berechnen. Mit dieser Aufgabe ist der Computer auch im 23. Jahrhundert so überfordert, dass das Wesen verschwindet.

Geburtsdatum suchen

Auf einer Plattform kann man sogar die ersten 200 Millionen Nachkommastellen der Kreiszahl durchwühlen und zum Beispiel nach seinem Geburtsdatum suchen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein achtstelliges Datum darin zu finden ist, beträgt 86 Prozent. Wer seinen Geburtstag sechsstellig schreibt, wird ihn mit hundertprozentiger Sicherheit entdecken.

Shigeru Kondo und Alexander Yee berechneten 2013 in ihrer Wohnung mit diesem selbst gebauten Computer 12.100.000.000.050 Nachkommastellen von Pi – damals Weltrekord. Während der 82 Tage Rechenzeit erhitzten sich ihre Zimmer auf 40° C und sie zahlten monatlich 270 Euro für den Strom.

Und dann noch etwas Unglaubliches zu π: Der Nil hat mitsamt allen Windungen eine Länge von ca. 6670 Kilometern. Misst man die Luftlinie von der Quelle bis zur Mündung, ergibt das eine Strecke von 2120 Kilometern. Teilt man 6670 durch 2120, ist das Ergebnis 3,14 – also π. Angeblich ist das bei allen langen Flüssen auf der Welt so. Tatsächliche Länge geteilt durch die Luftlinie ergibt immer mehr oder weniger Pi. (Die Autorin dieser Zeilen gesteht hiermit, dass sie das nicht überprüft hat.)

Kate & Kuchen

Bleibt nur noch aufzuklären, warum die Pi-Adoranten auf Kate Bush und Kuchen stehen: Auf ihrem Album "Aerial" veröffentlichte Bush 2005 den Song "Pi". Er erzählt von einem Mann, der besessen von der möglichst präzisen Berechnung der Kreiszahl ist. Außerdem gelingt ihr der Beweis, dass sich auch mehr als 100 Nachkommastellen von Pi mehr oder weniger elegant in einem Song unterbringen lassen. Und das englische Wort für Kuchen lautet "pie", das Amerikaner ebenso aussprechen wie Pi.

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