Leben
03.10.2017

Las Vegas: Jimmy Kimmel fordert strengere Waffengesetze

US-Entertainer Jimmy Kimmel hat sich nach dem Massenmord von Las Vegas unter Tränen für schärfere Waffengesetze in den USA ausgesprochen.

"Kein amerikanischer Bürger braucht ein Maschinengewehr oder gleich zehn davon", sagte Kimmel zu Beginn seiner Late-Night-Show zu Wochenbeginn in Los Angeles. Die Politiker, die den Waffenbesitz unterstützen, sollten beten und um Verzeihung bitten, dass sie der Waffenlobby so viel Einfluss geben. Kimmel, der in Las Vegas aufwuchs, kämpfte bei seiner bewegenden Ansprache über den Vorfall in seiner Heimatstadt immer wieder mit den Tränen. "Die Folge sind nun Kinder ohne Eltern, Väter ohne Söhne, Mütter ohne Töchter." Er forderte seine Zuschauer auf, ihre Kongressabgeordneten anzusprechen, damit sich etwas an der Gesetzeslage ändere. "Es reicht nicht, nur zu beten."

Der 64-jährige Stephen Paddock hatte am Sonntagabend von seinem Zimmer im 32. Stock eines Hotels in der US-Casinometropole Las Vegas auf Besucher eines Open-Air-Konzerts gefeuert. 58 Menschen starben, wie der zuständige Gerichtsmediziner am Dienstagabend sagte. Der Todesschütze hatte sich selbst getötet, als eine Spezialeinheit der Polizei sein Hotelzimmer stürmte. Die Zahl der Verletzten korrigierte Sheriff Lombardo am Dienstag mit gut 500 ebenfalls leicht nach unten (mehr dazu hier).

Nach dem Massaker von Las Vegas mit mehr als 50 Todesopfern mehren sich die Forderungen nach schärferen Waffengesetzen in den USA. "Wir dürfen nicht taub sein bei solchen Massakern, die so viele Leben in so kurzer Zeit auslöschen können", sprach sich etwa die Senatorin des Bundesstaats Kalifornien, Dianne Feinstein, dafür aus.

Eine Diskussion über schärfere Waffengesetze ist nach Darstellung des Weißen Haues jedoch verfrüht. "Es wäre voreilig, politische Maßnahmen zu diskutieren, solange wir nicht vollständig wissen, was gestern Abend passiert ist", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, am Montag. Präsident Donald Trump hat in der Vergangenheit mehrmals deutlich gemacht, dass er ein Befürworter des zweiten Verfassungs-Zusatzes sei. Dort ist das Recht auf Besitz von Schusswaffen für US-Bürger festgeschrieben.

Politisch engagierter Talkmaster

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Jimmy Kimmel in einer politischen Debatte öffentlich zu Wort meldet – und auch mit seinen Emotionen nicht hinterm Berg hält. Im Mai dieses Jahres sprach der Talkmaster in seiner Show sichtlich gerührt über die Herzkrankheit seines Sohnes. Kimmels erstes Kind wurde mit einem Herzfehler geboren, der glücklicherweise durch eine Operation behandelt werden konnte. Er fühlt sich durch seine finanziellen Mittel im Gesundheitssystem privilegiert, diese Privilegien könnte seiner Meinung nach Trump ausbauen (mehr dazu hier).