Wie Schüler Zivilcourage lernen

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Foto: Kundmanngasse Nähe zu politischen Themen beim Workshop Hypotopia

Schau nicht weg - so heißt eine Aktion in der AHS Kundmanngasse. Der Anlass zu diesem Tag war ein trauriger.

Junge Menschen sind egozentrisch und nur am eigenen Erfolg interessiert? Von wegen! Wie sehr junge Menschen sich gerne für andere engagieren, zeigen die Schüler der AHS Kundmanngasse in Wien beim Tag "Zivilcourage - schau nicht weg", der heuer bereits zum zehnten Mal stattfand. 

Entstanden ist dieses Projekt als Reaktion auf die Gleichgültigkeit von Passanten gegenüber Überfällen auf einzelne Schüler der Schule, die am helllichten Tag bedroht, beraubt und zusammengeschlagen wurden. Diese mangelnde Hilfsbereitschaft hat nicht nur die betroffenen Schüler selbst, sondern auch uns als Eltern zutiefst schockiert. Einige Mütter gründetet darauf das "Team Zivilcourage": „Was können wir unseren Kindern für ihr Leben mitgeben?" fragten sie sich. Die Antwort: "Liebe, eine gute Bildung und Anregungen, über den Tellerrand hinaus zu blicken.“

Ziel dieser Aktion ist es, dass - nicht nur junge Menschen- im Alltag Verantwortung übernehmen. Aufgabe der Erwachsenen ist es, die Kinder und Jugendlichen dazu anzuleiten.  Dazu werden Referentinnen und Referenten verschiedener Initiativen zu Vorträgen und Workshops eingeladen. Vertreter von NGOs, Vereine und Privatpersonen, sowie die Schule unterstützen diese Idee.

Menschenrechte

Die behandelten Themen sind zahlreich: Menschenrechte, Umweltschutz, klimabewusste Lebensweise, sowie Respekt für die Verschiedenheit der Menschen usw.

Einer der vielen  Workshops nennt sich „Wie Blinde sehen“. Er eröffnet jungen Menschen neue Sichtweise auf eine besondere Art. Hier wird ihnen von einer blinden Workshopleiterin ein ganz anderer „Blick“ auf die Welt vermittelt, der sie nicht nur zu Rücksichtnahme und Respekt gegenüber behinderten Menschen, sondern auch zum Überdenken eigener Denkmuster und Vorgehensweisen anregen soll.

Das Milliardenstadtprojekt „Hypotopia“ wurde von den Initiatoren, Studierenden der TU Wien, im Rahmen eines Workshops präsentiert und wurde von Schülern als „wichtiger Beitrag zu späteren Entscheidungen, was für einen persönlich richtig oder falsch ist“ und „echte Nähe zu politischen Themen, an denen man in der 5.Klasse noch nicht so dran ist“ rückgemeldet.

Plastic Planet

Einige Organisationen, wie das Projekt XChange des Roten Kreuzes, die Wiener Tafel, Amnesty Youth, Global 2000 oder die Aktion „Für dich da“ des Wirtschaftsbundes gehören schon seit Jahren zum festen Bestandteil des Aktionstages, aber es gelingt dem Team auch neue Referenten zu gewinnen und neue Inhalte auf spannende Weise den Schülerinnen und Schülern näher zu bringen. Heuer waren dies unter anderem Werner Boote mit einer Diskussionsrunde zu seinem Film „Plastic Planet“, Roland Düringer zur Fragestellung was denn ein gutes Leben eigentlich sei, youth in action und ein Workshop über Menschenrechte anhand des Films „Free China“.

Resümee eines Schülers der Kundmanngasse: „Der Tag der Zivilcourage ist eine gute Möglichkeit, den Schülern und Schülerinnen die Vielfalt der sozialen, ökologischen und politischen Projekte in Wien und der Welt näher zu bringen. Mir persönlich gefallen die Exkursionen sehr gut, da ich dann vor Ort alles direkt miterleben kann.“

(KURIER) Erstellt am
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