Hanna Resch, eine der rund eineinhalb Dutzend jungen Diskutant_innen am Wort - mehr in der ersten Bildstrecke-

© Heinz Wagner

Standpunkt-Diskussion
12/03/2013

Zweifeln, (hinter-) fragen, ungehorsam sein

"Standpunkt" zum Thema Philosophie. Zu wenig Zeit in der Schule - meinen fast alle. Ein Direktor ruft zum Ungehorsam auf. Fordert das ein! Stundentafeln lassen sich verändern!

von Heinz Wagner

Za wos brauch ma des? Unbedingt notwendig, aber keine Zeit. Leider kein Platz dafür in dem immer engmaschigeren Netz an Vorgaben. Aufruf zum Ungehorsam – durch nicht hinnehmen, hinterfragen, eben philosophieren im besten Sinn. Verkürzt zusammengefasst zwischen diesen Polen bewegte sich die jüngste Standpunkt-Diskussion (Kooperation von ORF-Radio, KURIER und dem Bildungsministerium) – diesmal im Wiener Radiokulturhaus.

Pointierte Impulse

Mit kurzen, pointierten Impulsen vom Podium aus, beteiligten sich eineinhalb Dutzend Jugendliche aus sieben Wiener Schulen höchst aktiv an der Debatte.

„Wieviel Philosophie brauchen wir?“ lautete das Thema.Elisabeth Samsonow, Professorin an der Akademie der bildenden Künste in Wien, sprach sich gegen überholten Schulunterricht dieses Fachs, der sich auf Geschichte und Denker beschränke aus, es gehe ums Fragen stellen. Und das tun schon ganz junge Kinder und erst recht pubertierende Jugendliche, die alles und auch sich in Frage stellen in dieser Phase ständiger Veränderung.
Julya Rabinowich, Schriftstellerin, Malerin, Kolumnistin, plädierte mehrfach dafür, dass gerade Schülerinnen und Schüler die Chance haben müssten, zu zweifeln, zu riskieren, auch zu scheitern. Dafür müsse, sei aber im – derzeit herrschenden Schulsystem – zu wenig Platz und Raum.

Beschränkungen nicht hinnehmen!

Michael Jahn, Direktor des BORG in der Wiener Hegelgasse (12), in dem es künstlerisch-kreative Schwerpunkte gibt, auch überkommene Stundentafeln aufgelöst und sogar von den klassischen 50-Minuten-Schulstunden immer wieder abgegangen wird, rief gegen Ende der Veranstaltung „zur Erziehung zum Ungehorsam!“ auf. Die herrschenden, vorgegebenen, engen Rahmenbedingungen könnten, ja sollten – von Lernenden und Lehrenden – in Frage gestellt, Veränderungen eingefordert werden.
Manfred Rühl, praktischer Philosoph und Lehrer, demonstrierte, dass Philosophie nicht nur was für den Kopf, den Geist sei, sie müsse auch gespürt werden. Schon sein Aufstehen, Umhergehen, unterschiedliche Körperhaltungen... machten dies anschaulich sichtbar.

Mehr

Die Diskussionsbeiträge der Jugendlichen findest du als Bildtexte in der Fotostrecke 1.
Und die Diskussion in voller Länge kannst du nachhören:

9., 10. Und 11. Dezember, jeweils eine halbe Stunde ab 19.30 Uhr: Ö1-Campus

Bzw. danach – zeitunabhängig: Schülerradio

Junge Diskussionsredner_innen in Wort und Bild

... von der Standpunkt-Diskussion über Philosophie

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