Weiter Weg vom Pfeffer zur Utopie

Foto: Heinz Wagner

Was ist Gewalt, wo kommt sie her, wie begegnest du ihr? Jugendliche und Theaterprofis erarbeiteten dazu Stücke.

Irgendwie ist es jetzt schon anders, es verfolgt dich immer und du musst drüber nachdenken!", meint Hannah Rindler. Mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus der Neuen Mittelschule Rudersdorf (Burgenland) hat sie das Stück "Bleib wo der Pfeffer wächst" entwickelt und gespielt.
Der Plott: Franziska kommt neu in die Klasse, alle sind ungut. Mobbing pur. Eine Form der Gewalt. Die wurde in ihren Spielarten im Rahmen von Macht Schule Theater unter dem Dach der Weißen Feder thematisiert. In 17 Projekten hatten mehr als 700 Jugendliche mit professionellen Theaterleuten Stücke erarbeitet (siehe Hintergrund).

Vom Wort zur Tat

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Böse Worte stehen oft am Beginn (WORTgewalt, BORG und NMS Lauterach, Vorarlberg gemeinsam mit dem Landestheater). Diesen folgen oft Mobbing und Bullying. Neben dem beschriebenen Stück (in Kooperation mit dem Offenen Haus Oberwart) spielt das noch in einer Reihe weiterer Projekte eine große rolle: So in Hey Bully, what's up (mehrere Innsbrucker Schulen und Westbahntheater), Mob-Ping-Pong (Feldkircher Schulen mit dem Theater am Saumarkt, Vorarlberg).

Strukturell

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Cyber-Mobbing und andere Gefahren, die aus der virtuellen Welt ins reale Leben überschwappen spielten unter anderem in Szenen von (un)heile Welt (HS2 Tabor und BG Werndlpark mti dem Kulturzentrum AKKU, Steyr) eine große Rolle.
Strukturell Der Bogen spannte sich aber auch bis hin zu struktureller Gewalt, der Jugendliche in der Gesellschaft ausgesetzt sind - etwa Erziehungsrat"schlägen" und dem Druck von Rollenerwartungen in Wenn (m)ein Herz lauter schreit als mein Mund brüllt (mehrere Wiener Schulen und Dschungel Wien).

Glyx-Show

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Mit einer anderen Form von Gewalt werden Jugendliche oft durch und in Medien konfrontiert. Eine dieser bunt und schrill daher kommenden sind Casting- und andere Shows. Gekonnt wird eine solche "ultimative Game-Show" in Rivalen des Glyx (AHS Kapfenberg, HS Kirchplatz/Bruck/Mur mit dem Theater am Ortweinplatz, Graz) überspitzt und aufs Korn genommen.

Neues

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Führt der Ausbruch aus der herrschenden Welt zum Verschwinden von Gewalt? In Home sweet Home (Waldviertler Schulen und Szene Bunte Wähne) endet's eher wie im berühmten Herr der Fliegen - ziemlich gewalt-ig. Wie mühsam der Aufbau ist, zeigt Utopia (Bregenzer Schulen und Tanztheater Walk) - ein ständiges Bemühen - wie schon das Eingangszitat aus dem burgenländischen Beitrag deutlich darstellt.

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(kurier) Erstellt am
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