Christian Graf als Magier, Jana Stelley als Prinzessin Winnifred, Lukas Rose Ruziczka als Hofnarr und Ensemble

© Rita Newman/Theater der Jugend

Theater
12/07/2013

Starke und doch gefühlvolle "Schwester" Pippis

"Winnifred oder Die Prinzessin auf der Erbse" - rasante zwei Stunden im Wiener Theater der Jugend - Musical plus TV-Quiz-Show und spannende Geschichte um Widerstand gegen autoritäre Mutter

von Heinz Wagner

Wuzzi, wuzzi, Knuddelbärchen…“ und dann noch in die Wange zwicken – soweit die „netteren“ nervigen Angewohnheiten von Königin Migräne bei den Begegnungen mit ihrem Sohn Prinz Furchtlos. Der ist immerhin längst erwachsen. Zu Wort kommt er natürlich praktisch nicht.

Raus testen

Jene jungen Prinzessinnen, die sich um eine Heirat bewerben, müssen einen Test durchlaufen. Das Theater der Jugend baute hier ins Musical „Winnifred oder die Prinzessin auf der Erbse“ eine an die Millionenshow angelehnte Szene ein. Die Kandidatin, die grad dran ist, beginnt schwach, weiß aber schließlich die schwierigsten Fragen zu beantworten. Aber nur weil sie den zweiten Vornamen der Tochter des Freundes vom Schmied des Schwertes vom Ritter des roten Ordens mit Karoline statt Caroline angibt, fliegt sie raus. Hätt sie den gewusst, wär der Prinzenmutter sicher eine andere Hürde eingefallen. Sie will ihn ja nicht hergeben, ihr Muttersöhnchen.

Doch da sind noch andere im Hofstaat wie Lady Lerche und Sir Harry, die würden gern heiraten. Das Hochzeitsgesetz erlaubt aber andere Ehen erst wenn der Prinz unter der Haube ist. So macht sich Harry auf, eine Braut für seinen Chef zu finden, was Migräne natürlich hintertreiben will.

Lebenslustige, freche junge Frau

Und dann taucht sie auf, Winnifred, eine etwas ältere Schwester von Pippi Langstrumpf. Weil ihr die Zugbrücke zu langsam runtergelassen wird, kommt sie durchnässt am Hof an, hat sie doch den Burggraben durchschwommen.

Für diese starke junge Frau lässt sich die Königin, viel mehr ihr treu ergebener Magier, als Probe den Erbsen-Test unter 20 Matratzen einfallen. „Es war einmal eine Matratze“ heißt das fast 60 Jahre alte Musical aus New York, das wiederum auf Hans Christan Andersens bekanntem Märchen aufbaut.

Flotte zwei Stunden

Wie im Flug vergehen die knapp mehr als zwei Stunden (samt einer Pause) dieser rasanten Musicalversion mit vielen verschiedenen Elementen wie der schon erwähnten TV-Quiz-Show. Besonders spannend sind jene Szenen in denen König Sextimus, der nach einem Fluch nichts reden kann, in Zeichensprache versucht mit anderen zu kommunizieren.

Erstmals gegen Mutter aufgemuckt

Achja, klar geht die Sache gut für (fast) alle aus. Winnifred kann – trotz großer Müdigkeit – nicht schlafen, weil sie die Erbse drückt. Worüber sich (fast) alle freuen. Prinz Furchtlos hat an der schrill-schrägen jungen Frau rasch Gefallen gefunden und Gefühle entdeckt und erstmals setzt er sich gegen seine Mutter durch – was ihrem Vater wieder zu seiner Stimme verhilft. Nur Migräne, der geht’s jetzt nicht gut.

Winnifred oder Die Prinzessin auf der Erbse
ab 6 Jahren
Musik von Mary Rodgers
Songtexte von Marshall Barer
Buch von Jay Thompson, Dean Fuller und Marshall Barer
Deutsche Übersetzung von Sonja Martin und Frank Bücheler

Prinzessin Winnifred: Jana Stelley
König Sextimus: Horst Eder/Adnan Mike Taha
Königin Migräne: Steffi Paschke
Prinz Furchtlos: Stefan Konrad
Lady Lerche: Sophia Gorgi/Daniela Lehner
Sir Harry: Julian Looman
Magier: Christian Graf
Hofnarr: Lukas Rose Ruziczka
Hofstaat / Ensemble: Daniela Lehner, Alixa Kalasz, Michael Mayer, Kevin Perry, Lukas Strasser
Damencover: Sarah Baum

Regie: Werner Sobotka
Musikalische Leitung: Christian Frank
Bühne: Roswitha Wilding-Meisel
Kostüme: Elisabeth Gressel
Choreographie: Simon Eichenberger
Licht: Michael Grundner
Assistenz der
musikalischen Leitung
und Korrepetition: Julia Kauper
Dramaturgie: Gerald M. Bauer und Marlene Schneider
Assistenz & Inspizienz: Nina Baak
Hospitanz: Julia Jenewein

Bis 25. Jänner 2014
Renaissancetheater, 1070, Neubaugasse 36

www.tdj.at

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