Leben | Kiku 05.12.2011

Spuren sichern wie CSI- und andere Ermittler_innen

Eine Million Spiele bei der weltgrößten Fachmesse im deutschen Nürnberg: Der Kinder-KURIER schaute sich um.

Hey, ist das eine Freude! So viel Spaß macht Detektiv-Sein. Und Wissenschaft. Denn Marina, Amando und Luca dürfen einem ganz echten Kriminalbiologen, keinem Tatort-Schauspieler, sondern dem Kriminalbiologen Mark (Benecke) zur Hand gehen. Erste Action: Ein Paradeiser (hier in Nürnberg, aber auch in Teilen Österreichs Tomate genannt) muss dran glauben. Um ihre DNA zu isolieren, wandert das Stück Gemüse in einen schmalen durchsichtigen Behälter. Stabmixer und matsch ist die rote Frucht. Nun spritzt Amando Geschirrspülmittel dazu und Marina löffelt Salz rein. Volle Absicht. Das Gebräu soll ja nicht getrunken werden. "Das braucht's, um die Zelle zu zerstören", erklärt der Fachmann. Weiter gemixt - und kurz danach wird ein wenig von dem Mix durch einen Trichter-Filter geleert - am unteren Ende wird ein langer dünner Faden sichtbar - das ist die DNA -jenes Teil aus der Zelle, das oft als "genetischer Fingerabdruck" bezeichnet wird.

Fingerabdrücke

Tatort - Detektivkasten auf wissenschaftlich
© Bild: Heinz Wagner

Als nächstes Experiment aus dem ScienceX-Kasten (Ravensburger) stellen die drei genannten Kids mit ihrem Experten künstliches Blut her. Roter Traubensaft und Zucker - das ist es - und so wird's auch in der Regel im film verwendet. Tropfen davon lassen sie einmal gerade, einmal schräg auf eine Glasfläche platschen - und lernen die Unterschiede aus den aufgeprallten Tropfen abzulesen. Natürlich darf die Sicherung von Fingerabdrücken nicht fehlen - "so was hab ich schon früher zu Hause auch gemacht", erzählt die Jungdetektivin stolz dem Kinder-KURIER.

Spionage-Uhr

Tatort - Detektivkasten auf wissenschaftlich
© Bild: Heinz Wagner

Apropos Spurensicherung: Ein Hight-Tech-Teil ist die Spy-Net-Video-Watch (Upperdeck International). Die Spionage-Uhr kann Töne und (bewegte) Bilder - mit einer an einem Kabel montierten Minikamera sogar ums Eck aufnehmen - und per USB einfach an den Computer übertragen. Dieses Teil, das im September auf den Markt kommt und um die 40 bis 50 Euro kosten soll, erhielt eines der fünf roten Schaukelpferde, von einer Jury der Messe vergebene Auszeichnungen. Die Spywatch für die 6- bis 10-Jährigen.
Kästen mit wissenschaftlichen Experimenten - von verschiedenen Herstellerfirmen (etwa auch Kosmos) spiegeln einen der Trends auf der Spielwarenmesse in Nürnberg, die gestern zu Ende ging. sie machen richtig Lust aufs Forschen.

Einfach und so vielfältig

Tatort - Detektivkasten auf wissenschaftlich
© Bild: Heinz Wagner

Aber auch viele andere Spiele fördern Wissbegierde und Neugier. Dazu zählt aber nicht nur Aufwändiges wie eben Experimentierboxen oder Spiel- und Lerncomputer. (Storio von VTech bekam in der Vorschulkategorie den Toy Award.) Eine kleine deutsche Firma (Prodesign) präsentierte etwa federleichte Stoffbälle. Mit ihnen lässt sich spielend rechnen, das Alfabet lernen, Wörter, Begriffe suchen. Oder sich besser kennen lernen - indem bei einem anderen Ball zum jeweiligen Satz auf dem der rechte Daumen beim Fangen zu liegen kommt, etwas über sich erzählt wird.
Dem Einfallsreichtum sind beim Spiel mit diesen Bällen keine Grenzen gesetzt.

Airbrush

Tatort - Detektivkasten auf wissenschaftlich
© Bild: Heinz Wagner

Übrigens: Kreativität ist auch Merkmal eines weiteren prämierten Dings. Airbrushen kinder- und auch elternleicht ist ab September möglich. Keine giftigen Dämpfe, keine Spritzdüsen, die dauernd und noch dazu mit Nadeln gereinigt werden müssen wie bei Profi-Sets. Orbis (von Revell) heißt ein kugelförmiger Kompresser. Er bläst, an den Strom angeschlossen, einfach Luft raus - in eine Halterung für spezielle Stifte. Farbe auswählen, Stift rein, Einschaltknopf drücken, und nun reicht's das Loch in der Halterung mit einem Finger zuzudrücken - und schon sprüht die Farbe vorne raus - über eine der beigelegten ausgeschnittenen Schablonen auf Papier, Stoff... Zunächst einmal wird's Farbstifte nur für saugende Materialien und andere für die haut geben, wie Produktmanagerin Susanne Witte dem Kinder-KURIER anvertraut. "Später wollen wir natürlich auch solche für andere Untergründe wie Metall, oder Kunststoff, haben. Auf unsere Erfindung sind wir ja gekommen, weil wir eigentlich im Modellbau tätig sind und dort oft mit Airbrush bemalt wird. Aber die jetzigen Farben für das Kinderset sind ja leicht abwaschbar, also Tattoos auf der Haut gehen mit Wasser und Seife weg, bei den anderen Materialien aber denke ich sollen ja die Farben länger halten."

Spinner

Tatort - Detektivkasten auf wissenschaftlich
© Bild: Heinz Wagner

Bei den einen wird ein dünnes gezacktes Kunststoff durchgezogen und schon dreht sich die Figur auf dem Kreisel. Bei den anderen baust du deine Figur selbst aus kleinen Steinen zusammen, verwendest deine Hände zum richtigen Dreh. Beyblades (Hasbro) sind die einen, die in diesem Jahr eine elektronische Steuerung für den Kampf in der Schüssel erhalten. Ninjago heißen die von Lego, die in einer Arena aufeinander losgelassen werden. Für letztere gibt's auch noch ergänzend Karten mit Stärke, Energie und anderen Punkten. Und ein Brettspiel und eins für Konsolen und, und, und...

Noch so manches über Spiele und spielsachen findest du auch unter Hintergrund, auch wenn's dort in erster Linie um die Freude der gesamten spielwarenbranche und einzelner Firmen über ihr Umsatzplus geht ;)

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011