Schüler_innen erfanden nachhaltige Spiele

Foto: Grundschule Birkenwald

Rund um die Spielwarenmesse: Bewerb für Nürnberger Schulen

Wir haben in Gruppen zu viert gesägt und geklebt, schildert Lea-Marie Zibes dem Kinder-KURIER. "Die einen haben Türme gebaut und andere Mauern und sogar eine Zugbrücke", geht Jan Guss ins Detail. "Im Sesselkreis hatten wir uns überlegt, etwas mit umweltfreundlichen Dingen zu bauen und so sind wir auf eine Burg aus Holz gekommen", hebt Lara Lopez-Kessler den Schwerpunkt des Projekts hervor - Spiele zur Nachhaltigkeit.
Mit ihrer Klasse, der 4b der Nürnberger Grundschule Birkenwald, haben die drei an dem Bewerb "natürlich spielen" teilgenommen. Nicht nur, sie haben mit ihrer Burg aus Holz den dritten Platz gewonnen.
"Außerdem haben wir noch so Männchen aus Filz genäht", beschreiben sie einen weiteren Teil ihrer Arbeit - und nicht zuletzt der Spielbarkeit. "Weil die Burg ist fast so groß wie zwei Schultische. Und die Tür haben wir mit Schnüren montiert und da können wir die Figuren wirklich reingehen lassen" (Lara Lopez-Kessler).

Grünes Spielzeug

Foto: Grundschule Birkenwald

Der Bewerb war praktisch das einzige Teil der kürzlich zu Ende gegangenen Spielwarenmesse in Nürnberg (mit rund einer Million spielbaren Dingen übrigens die größte der Welt), an dem Kinder beteiligt waren. Die Messe selbst ist beinahe kinderlos. Hierher kommen Geschäftsleute, um Neuheiten anzuschauen und zu bestellen. Und Medienleute haben die Chance schon jetzt zu sehen was meist erst im Herbst auf den Markt kommt. Oft sind die Teile noch nicht ganz fertig, sondern bestenfalls Prototypen, mitunter sogar überhaupt nur Dummies wie etwa eine 3-D-Kidizoom-Kamera (VTech) mit zwei Objektiven.

"Grünes Spielzeug" hieß ein Schwerpunkt der diesjährigen Spielwarenmesse, achten auf Material, Verpackung, Produktion und Vertreib (Weg von der Herstellung bis in den Verkauf) sollen umweltfreundlicher werden. Und das galt als Ziel für den Bewerb der Nürnberger Schulen. "Im Sesselkreis hat irgendwer den Vorschlag Ritterburg gemacht, das wollten nciht alle, so haben wir nur eine Burg gemacht - ohne Ritter", erzählt die zuletzt genante Birkenwaldschülerin. "Und Holz kann immer wieder nachwachsen, man kann Samen einsetzen und die Bäume, die draus wachsen, haben dann wieder Samen... drum ist das umweltfrendlich", erklärt sie einfach und klar die Entscheidung ihrer Klasse.

"Brett"Spiele

Foto: Grundschule Birkenwald

Platz 1 ging an das Spiel Baschudo der Bartholomäusschule und "Silber" an die Berthold-Brecht-Hauptschule für das Spiel Öko-Fit.
Kinder der 4a und 4b, die eine freiwillige Werkgruppe in der Bartholomäusschule besuchen, gewannen mit einem eigenen Brettspiel den Bewerb. Das Spiel ist eine Art Domino, das statt Zahlen Symbole zeigt. Von daher leitet sich auch der Name ab - der erste Teil ist eine Kurzform des Schulnamens, die letzte Silbe entstammt der Spielart.
Die Symbole sind in drei verschiedenen Farben auf die Holzdominokärtchen gedruckt. Die Symbolstempel stellten die Kinder aus Moosgummi her. Die Holzkärtchen sägten sie (mit Laubsäge) aus. Ein gleiches Symbol in gleicher Farbe kann einfach angelegt werden, ein gleiches Symbol in einer anderen Farbe kann nur angelegt werden, wenn dazu eine Quizfrage aus dem Themenbereich Nachhaltigkeit/Ökologie richtig beantwortet wird.
Die Quizfragen haben sich die Schülerinnen und Schüler teils selbst ausgedacht, den Rest aus Quizbüchern übernommen.
Am meisten Freude hatten die Kinder am Drucken mit den selbst hergestellten Stempeln und natürlich am Spielen. Vom Preisgeld schafft die Schule Spiele für die Klassen an, ein Teil fließt auch in das Schulhof-Projekt, der gerade in schuleigener Initiative und zum Spielhof umgestaltet wird.

Naturmaterialien

Foto: Grundschule Birkenwald

"Silber" holten sich 10- und 11-Jährige der Berthold-Brecht-Hauptschule. Sie schufen ein Brettspiel, dessen "Brett" aus sogenannten "Rupfen" besteht - geflochtenem Sisal (ähnlich der Jute). Auf diesem Faserbrett gestalteten die Kids Ereignisfelder (aus gestanzten Birkenrinden, unterlegt mit verschiedenen gefärbten Sisalbändern), auf die die Spielenden durch Würfeln die Figuren (aus Kastanien) hinstellen.
Achja, natürlich tut sich was auf den Ereignisfeldern - Quizfragen, die mit Stromsparen, Wasser, Müll - also schlichtweg mit Umwelt - usw. zu tun haben. Sagt das Ereignisfeld "Licht im Zimmer brennen gelassen" heißt's natürlich einige Felder zurück mit der Spielfigur. Im gegenteiligen Feld geht's schneller vorwärts.
Die entsprechenden Ereignisse schrieben die Kids auf Wachsmodeln oder Kork, also frisch wieder auch nachhaltige Materialien.

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(kurier) Erstellt am
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