Schnitzel, Edelweiß und Hirschgeweih-Luster

Da Saund of Music
Foto: Richard_Pobaschnig Musik mit Schnitzel

"Da Saund of Music" spielt mit Klischees aus dem Film mit ähnlich klingendem Titel

Da Saund of Music Foto: Richard_Pobaschnig Tanz - Klischee und doch Spaß

Ein Mordstrum Hirschgeweih-Imitat-Luster an der Decke, Leitern, Hocker und auf einem Notenständer im Vordergrund das Notenheft „The Sound of Music". Es kommt noch dicker. Als Schnitzl und später als Edelweiß verkleidet feiert übrigens Silvia Auer ein grandioses Bühnendebut. Seit Jahrzehnten agierte sie bislang bei verschiedensten Theater-und Tanzproduktionen professionell im Hintergrund. Auch hier ist sie „nebenbei" für technische Leitung und Lichtdesign verantwortlich.

Klischees über Österreich – eingepackt in DEN Film, DIE Story, die in vielen Teil der Welt das Bild der Alpenrepublik prägt ist „Da Saund of Music" von und mit der schallundrauchagency natürlich eine schräge Tour. Erster Bruch gleich mit dem Auftritt der Spieler_innen, Tänzer_inen, Live-Musiker_innen: Mit E-Gitarre, Akkordeon und Ukuleles verfremden sie Songs der Familie Trapp. Und sorgen schon da für die ersten Lacher. Solche „provozieren" sie unweigerlich immer wieder im Verlauf der einstündigen Performance.

Legende und Geschichten

Da Saund of Music Foto: Richard_Pobaschnig Gar nicht idyllische Familie

Erzählen hernach ein bisschen aus der Legende der Musik-Familie, die auch bei den Salzburger Festspielen auftrat und in den USA Zuflucht suchten, als die Nazis auch in Österreich die Macht übernommen hatten.

Kreuzfidel mit Rucksackerl seien sie über die Alpen geflüchtet – so zeigt`s der berühmte Film. Aber...
...eher abläuft, das erzählt Šimon Voseček in Erinnerung ans angstschweißgebadete Überqueren der Grenze der damaligen Tschechoslowakei in den Westen.

Überspitzungen

Da Saund of Music Foto: Sonja_Bachmayer Tanz unterm Hirschgeweih-Luster

Wie`s vielleicht auch wirklich in einer patriarchalen Trapp-ähnlichen Familie zugegangen sein könnte zeigt eine andere Szene.

Weitere Aspekte, beinahe schon Heiligenbilder dieses Mythos verknüpfen immer wieder einzelne der Bühnenakteur_innen mit Erlebnissen im eigenen Leben und dekonstruieren auch so Klischees. Mitunter auch „nur" durch Übertreibung wie den „Almauftrieb" mit einschlägigem Kuhglockengeläut des Trapp-„Edelweiß"-Lieds zum Leucht-Edelweiß.

Infos

Da Saund of Music Foto: Richard_Pobaschnig Music und Musik

Da Saund of Music
schallundrauch agency
Tanz, Performance, 60 Minuten

Künstlerische Leitung: Janina Sollmann, Gabriele Wappel
Stückentwicklung und Performance: Silvia Auer, Michael Haller, Marco Payer, Janina Sollmann, Šimon Voseček, Gabriele Wappel
Bühne: Michael Haller
Kostüme und Requisten: Anna Panzenberger
Technische Leitung, Lichtdesign: Silvia Auer
Musikalische Leitung: Šimon Voseček
Künstlerische Beratung: Frans Poelstra
Video: Thomas Weilharter, Kajetan Uranitsch, SchülerInnen des BORG Eisenerz, des BG/BRG Rosasgasse und des BG/BRG Purkersdorf
Hospitanz: Nina Egger
Presse und Produktion: Katharina Semlitsch, Daniela Seeber

Bis 23. Oktober
Dschungel Wien
1070, MuseumsQuartier
Telefon: (01) 522 07 20-20

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