Rumpelstilzchen à la Rabenhof-Theater

© Rabenhof/Pertramer

Rabenhof-Theater
02/24/2016

Rumpelstilzchen - ein Mobbingopfer?

Sehr witzige Version des bekannten Märchens - mit neuen Facetten über den "Giftzwerg".

von Heinz Wagner

Kann es sein, dass er/es gar nicht wirklich nur böse ist? Die Version von „Rumpelstilzchen – gleich zerreißt es mich!“ im Rabenhoftheater – in Zusammenarbeit mit dem Wiener Theater der Jugend – beginnt mit dem Mä..., Mä... Mä... Klein und pustelig steht es da und von allen Seiten tönen aus dem Off nur Beschimpfungen, Verhunzungen des Namens wie Humpelpilzchen, Tumpeltilzchen... Gefolgt von Schmähungen wie „Du hast keine Freundeeee!“

Dann hau ich eben ab!

Gekränkt schmettert Rumpelstilzchen allen entgegen: „Ihr seid nur blöd, dann hau ich eben ab.“ Und an seinem Zufluchtsort, seinem neuen Zuhause werde auch niiiiiemand seinen Namen erfahren.

Und dann erst steigt diese Fassung – immer wieder mit witzigen Sagern, Szenen, humorvollen Anspielungen auf das wirkliche Leben- in das bekannte Märchen – mit noch einigen Abwandlungen - ein. Weil die Huber-Bäuerin so von ihrer superschlauen Tochter Marie schwärmt, erfindet der Müller die Story mit der Stroh-zu-gold-Spinnerei seiner Tochter. Der König ist hier eine Lachnummer, als tollpatschiger Art Lugner-Verschnitt. Sein Sohn Eduard, der sich in die Müllerstochter Lieselotta verliebt, irgendwie ein Feigling, der sich nicht getraut dem Vater seine Gefühle zu gestehen.

Allüren der Müllerstochter

Und die kriegt in der dritten Nacht, in der sie Gold spinnen soll, ganz arge Macht-Allüren, herrscht Rumpelstilzchen als künftige Königin an, versucht ihn als „Untertan“ zu behandeln...

Dabei will das Wesen mit dem besonderen Talent nur den Lohn für seine Fertigkeit – und das künftige Kind der künftigen Königin als Hilfe gegen Einsamkeit – den Verstecken spielen im Wald mache allein keinen Spaß. Sich dafür aber ein Kind zu krallen – damit stellt Rumpelstilzchen sich selber ja auf die gleiche Stufe – Herrschsucht über andere, diese als Eigentum zu betrachten.

Namens-Verhuntzungen

Es kommt wie’s kommen muss – und doch nicht ganz. Denn Königin, junger König und Müller belauschen den ums Feuer Tanzenden, der zu dieser Zeit das Baby schon entführt hat. Doch sie hören offenbar nicht gut zu und streiten sich über den scheinbar gehörten Namen, der an die Verhuntzungen zu Beginn des Stücks erinnert. Im Showdown ärgert sich Rumpelstilzchen so, dass er ihnen den richtigen Namen entgegenschleudert.

Und dennoch gibt’s auch für ihn ein überraschendes Happy End. Das sei aber nicht verraten ;)

PS: Den vielen witzigen Passagen tät’s nur nicht allzu schlecht, auf den Dauerschmäh vom“ Ende –Gelände“, der sich nun schon durch mehrere Produktionen zieht, das eine oder andere Mal zu verzichten ;)

Rumpelstilzchen
Gleich zerreißt es mich!
Ab 6 Jahren, ca. 70 Minuten

Buch und Regie: Roman Freigaßner-Hauser
Es spielen: Saskia Klar, Bernhard Majcen, Sebastian Pass, Michael Schusser
Ausstattung: Dominique Wiesbauer
Kostüme: Miriam Draxl
Musik: Josch Russo

Dramaturgie: Fabian Pfleger
Lichtdesign: Harald Töscher
Maske: Csilla Domjan, Verena Eichtinger

Regieassistenz: Valerie Clement
Ausstattungsassitenz: Jane Zandonai
Kostümassistenz: Amelie Goetzl

Produktionsleitung: Abdula Dervisoski
Technische Leitung: Christian Thaler
Lichttechnik: Nicole Kropiunik, Harald Töscher
Tontechnik: Daniel Gyolcs, Josch Russo
Bühnentechnik: Maximilian Antoniades, Peter Brenessel, Thomas Kienberger, Boris Knirsch, Günter Lickel, Dominik Onderkla, Roland Renner

In Kooperation mit dem Theater der Jugend

Wann & wo?
Bis 5. Juni
Theater Rabenhof
1030, Rabengasse 3
Telefon: (01) 712 82 82
www.rabenhof.at

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