Kiku
05.12.2011

Noch keine 10 Jahre, Frau über viele Pferde

Ein Deckengeher unter der Zirkuskuppel, Jongleure, Clowns und eine ganz junge Tiernärrin - Circus Knie jun. in Wien

Souverän steht sie da in der Manege. Die vier weißen, kleinen Pferde dirigiert sie mit großer Ruhe. Sie achten auf ihre Vorgaben, ihre Bewegungen, ihre eher leisen Kommandos. Ihre Größe misst sich nicht in Zentimetern, ist sie doch noch keine zehn Jahre jung: Alexandra Knie, genannt Alexa ist Zirkuskind in achter Generation. Der Nachname verrät aus welcher Dynastie. Doch während Vater Louis jun. Seinen ersten Auftritt in Wien mit sieben Jahren eher passiv gestaltete: Er lag auf dem Boden und ein Elefant stieg vorsichtig über ihn drüber, ist seine und Trapezkünstlerin Ilonas Tochter höchst aktiv in Aktion mit Hollywood, Paris, Prag und Miami - so die Namen der vier Ponys, die sie freiheitsdressiert im Zirkuszelt vorführt.

Eine Schulstunde pro Pony

Zu diesen vier gesellen sich noch Speedy, Mini, Snoopy und Aramis mit denen Alexa schon arbeitet. Und um deren Pflege sie sich kümmert. "So ungefähr eine Schulstunde dauert das Putzen, Striegeln, Frisieren - pro Pferd", erzählt sie dem Online-Kinder-KURIER bei einem Besuch im Tiergelände hinter dem Zirkuszelt auf dem Wiener Trabrennplatz. "Manchmal, wenn's nur schnell geht, braucht's 25 Minuten pro Pony", ergänzt die (Nicht nur Pferde-)Närrin: "Ich bin verrückt nach Tieren, nichts kann Tiere und mich trennen", bringt sie ihre Leidenschaft auf den Punkt. Und das obwohl sie auf der linken Wange eine deutlich sichtbare Narbe trägt und auf die entsprechende Frage antwortet: "Da hat mich ein Hund gebissen als ich drei Jahre war."

Tierisch

Und schon hat sie ein weißes, wild herum springendes Hündchen in den Armen. Zuvor hatten sie, ihr fünfjähriger Bruder Marco und die fast 12-jährige Cousine Corinna kleine, putzige Häschen auf sich herumkrabbeln (und sie sich bepinkeln) lassen. Wenig später schmust Alexa mit dem großen Schimmel Schakal, verrät, dass sie den beiden vorbei geführten Rappen die Zöpfe auf einer Seite der Mähne geflochten hat und zeigt uns ein erst ca. zweimonatigen Babykamel.
Neben der rund achtstündigen täglichen Pferdepflege beginnt sie früh. "Manchmal stehe ich um 5 Uhr auf, fang dann um halb sechs zu Putzen an bis 9, dann ist Schule bis Mittag und am Nachmittag noch einmal eineinhalb Stunden - mit einem Privatlehrer".
Zwischen der Pflege steht natürlich auch Training und Arbeit mit den Ponys auf dem Programm. Und das alles wird auch - so Alexas fixer Berufswunsch - so ähnlich bleiben. "Ich will Tierärztin werden und dann bei uns im Zirkus arbeiten."

Schule

Beim Lernen steht sie am meisten auf "Mathematik und Englisch", erzählt die dreisprachige "Zirkusprinzessin" (Tschechisch gesellt sich neben Deutsch als Muttersprache dazu). "In Deutsch tu ich mir mit der Rechtschreibung ein bisschen schwer und in Sachkunde muss man so viel im Hirn einspeichern!"
Der Zirkus bringt sie in der Weltgeschichte herum. "Nach Weihnachten bin ich in den Niederlanden zum ersten mal in der Manege aufgetreten, ansonsten war ich schon in Deutschland in den USA, in Asien und in Kroatien - dort hat's mir am besten gefallen, in Umag waren wir da."
Bruder Marcos Augen beginnen zu strahlen als er "Salto" auf die Frage antwortet, ob und wenn ja, womit er am liebsten im Zirkus auftreten würde.

Infos

Bis 30. Mai
Wochentags: 15.30 und 19.30 Uhr
Sonn- und feiertags: 15 und 18 Uhr,
(Dienstag ist spielfrei)

Tickets: 15 bis 40 Euro
Montags: Familientag: 5 € für alle außer Logenplätze

Trabrennplatz Krieau: Trabrenn-/ Südportalstraße (Nähe U2 Krieau).

Info-Telefon: 0664/19 19 700