Leben | Kiku
02.12.2017

Heldenmut und Drachenblut tun Lachen gut

Szenenfoto aus "Nibelungen" im Wiener Rabenhoftheater © Bild: Rabenhof/Ingo Pertramer

"Die Nibelungen" in einer sehr witzigen (Jugend-)Version im Wiener Rabenhoftheater - fokussiert auf den Kern der Beziehungen zwischen den handelnden Figuren.

Heldenmut und Drachenblut, die wichtigsten Zutaten für ein rasantes und spannendes Mittelalter-Mashup in klassischer Rabenhof-Manier – diesmal allerdings sogar deutlich runder als bei den bisherigen Jugendproduktionen. Schon die Premiere von „Die Nibelungen“ hat mit ihrer Originalität, dem Humor und natürlich dem Talent aller Beteiligten, das Publikum wortwörtlich vom Hocker gerissen.

Tränen...

Szenenfoto aus "Nibelungen" im Wiener Rabenhoftheater © Bild: Rabenhof/Ingo Pertramer

Eine Geschichte, die viele Jahre hinter sich hat, wurde durch den Regisseur Roman Freigaßner-Hausner neu zum Leben erweckt. Das Flackern der Lichter lässt einen vergessen wo man sich befindet, die Musik die den ganzen Raum erfüllt, zieht dich in Bann und lässt das Herz im Rhythmus der abwechslungsreich und gut eingesetzten Musik pumpen. Die Schauspieler bringen einen zum Weinen, aber keineswegs als traurig wahrgenommen, ganz im Gegenteil Tränen werden vergossen beim häufigen Lachen – wobei dieses Jahr auch gänzlich auf in den Vorjahren doch abgelutschte billige Gags verzichtet wurde – sozusagen „Ende/Gelände“-frei ;). Ein Bühnenbild, das durch viele Tricks und Verwendung vieler Effekte dem Raum eine unbeschreibliche Atmosphäre verleiht.

Fokussiert

Szenenfoto aus "Nibelungen" im Wiener Rabenhoftheater © Bild: Rabenhof/Ingo Pertramer

Diese Fassung des klassischen Heldenepos richtet den Fokus auf die zwischenmenschlichen Beziehungen der Figuren, wobei durch das Verdichten der Handlung die persönlichen Motivationen und Animositäten der Handelnden ins Zentrum gerückt werden. Liebe und damit gleich auch die Eifersucht und intrigantes Machtgelüste spielen eine große Rolle in dem Untergang des Königreiches. Selbst die kopfschüttelnd zm Besten gegebene „Moral“ von Alb-Erich - „sag niemals Zwerg zu mir!“ - zu Beginn und am Ende des Stücks wirkt nicht aufgesetzt, wenn er meint: „Ich versteh die Menschen nicht – habgierig, hinterlistig...“

Die 5 Schauspieler_innen Okan Cömert (Alberich, Gunther), Rina Juniku (Kriemhild, Ruina, Albbert), Saskia Klar (Brunhild, Bote, Albfred), Lennart Lemster (Siegfried) und Bernhard Majcen (Hagen, Siegmund, Smied Mime/Thor) begeistern mit ihrem großartigen Talent das Publikum und lösen allerlei Gefühle im vollbesetzten Saal aus. Wobei vor allem die Neuen in der Truppe, Rina Juniku und Lennart Lemster, die ihren eigenen Rollen hin und wieder selbstironische Züge verpassen, echte Entdeckungen sind.

Ich kann Ihnen einen Besuch im Rabenhof Theater nur wärmstens empfehlen, da man für ca. 85 Minuten die Welt um sich vergisst und seinen eigenen Namen voller Lachen auch. Ein Abend der mir von vorne bis hinten Gänsehaut verliehen hat.

Anđela Čegar, 17

Mitarbeit: Heinz Wagner

Was? Wer? Wann? Wo?

Szenenfoto aus "Nibelungen" im Wiener Rabenhoftheater © Bild: Rabenhof/Ingo Pertramer

Die NibelungenRabenhoftheaterab 11 J., 85 Minuten

Buch und Regie: Roman Freigaßner-Hauser Mit: Kriemhild, Ruina, Albbert: Rina Juniku Brunhild, Bote, Albfred: Saskia Klar Alberich, Gunther: Okan Cömert Hagen, Siegmund, Schmied Mime/Thor: Bernhard Majcen Siegfried: Lennart Lemster

Ausstattung: Dominique Wiesbauer

Kostüme: Julia Klug Musik: Josch Russo

Szenenfoto aus "Nibelungen" im Wiener Rabenhoftheater © Bild: Rabenhof/Ingo Pertramer

Wann & wo?Bis 27. Feburar 2018

Rabenhof Theater, 1030, Rabengasse 3 Telefon: (01) 712 82 82www.rabenhof.at