Kiku
17.03.2016

Mehr Neugier als Angst

Gespräch mit der Darstellerin der Seraina, Julia Jeker.

Auch für Julia Jeker ist „Schellen-Ursli“ ihre Filmpremiere. Aber nicht das Ende. Die 13-jährige „hatte keine Ahnung, wie man das macht, was mich da erwartet und was das bedeutet“. Freunde hatten in einer Zeitung den Aufruf fürs erste Casting gesehen, davon ihrer Mutter erzählt „und die hat mich dann gefragt. Ja gut, kann ich ja mal mitmachen, hab ich gesagt“.

Das Buch „hab ich natürlich gekannt, aber der Film ist ja doch eine andere Geschichte. Ich hab gedacht, vielleicht geht’s um die Flurina (Schellen-Urslis Schwester, die in Folgebüchern vorkommt), aber eben nur eine ganz kleine Rolle.“ Es folgten weitere Castings, „ich glaub insgesamt waren‘s acht. Von Mal zu Mal hab ich dann schon gedacht, das könnt was Größeres werden. Und am Ende war ich dann auch gespannt, ob ich genommen werde, zuletzt sogar schon aufgeregt.“

Ganz was Neues

Für Julia Jeker war Schauspiel „aber wirklich ganz was Neues, wir hatten in der ganzen Grundschulzeit also in sechs Jahren im ganzen nur zwei Mal ein Theaterstück, so eine Weihnachtsspiel.“
Auf die Frage, ob sie dann eher neugierig war oder Angst vor dem Dreh gehabt hätte, meint die 13-Jährige: „ich war mehr neugierig. Angst hab ich keine gehabt, auch wenn ich keine Ahnung hatte, wie das werden würde. Es war dann schon ziemlich anstrengend, weil wir teilweise doch auch lange Drehtage hatten. Aber ich war positiv überrascht. Am Set waren ja doch so jeden Tag 80 bis 100 Leute. Und das viele Wochen. Bald war das wie eine richtige Familie, weil wir all das selbe wollten. Das war bald voll cool.“

Ist dir die eine oder andere Szene vom Dreh in Erinnerung geblieben?
„Das gilt fast für den ganzen Film. Die ersten zwei, drei Mal anschauen konnte ich ihn gar nicht genießen, weil mir bei jeder Szene eingefallen ist, wie wir das gemacht haben, oder dass es da besonders kalt war oder ein Tier abgehauen ist.“
Letztlich fällt Julia Jeker aber dann doch eine Szene ein: „ich glaub die haben wir 20 oder sogar 30 Mal gedreht. Da musste ich den Berg hochrennen. Das war schon anstrengend. Noch dazu musste ich in der Anschluss-Szene reden, einen Dialog führen. Und dann als wir uns den Film zum ersten Mal angeschaut hatten – war die Szene gar nicht drinnen.“

Wie oft hast du jetzt denn den Film schon gesehen?
„Auf Schweizer Deutsch so fast 20 Mal, und dann einmal auf Französisch in Lausanne und einmal auf Italienisch. Aber auch schon auf Deutsch ein paar Mal bei unserer Deutschland-Tournee, zum ersten Mal im Europapark.“

Wie war das, den Film mit dir zu sehen, aber eine andere Sprache und Stimme zu hören?
Naja, bei Französisch und Italienisch ist es ja eine ganz andere Sprache, die ich nicht so gut verstehe, aber bei Deutsch war’s schon irgendwie ganz speziell. Nicht schlecht, aber es tönt dann schon anders wie das Schweizer Deutsch und manchmal haben sie total andere Wörter verwendet.“

Mittlerweile ist Julia Jeker dabei, die andere Seite zu kennen. Nach dem Dreh „hab ich jetzt ein paar Hörspiele aufgenommen und für eine Serie Schweizer-Deutsch synchron gesprochen. Am Anfang war das schon ein bisschen speziell, weil du hast das Bild. Und du hörst auch, wie das gesprochen wird, wie die Tonlage ist und du musst das versuchen, total gleich zu machen. Beim Spielfilm hast du doch mehr Freiheit, weil es da ja noch keine Vorlage gibt.“

Was machst du am liebsten in deiner Freizeit?
Ich hab nicht so wahnsinnig viele freie Zeit, weil ich jetzt aufs Gymnasium gehe und da viel Schule und viel Hausübungen habe. Aber am liebsten treff ich mich mit Freundinnen.

Und in der Schule?
Die Pausen sind ganz schön. Turnen und Sport mag ich auch sehr gern.

Schiers, ihr Geburts- und Heimatdorf „ist ungefähr fünf Mal so groß wie dort, wo wir gedreht haben. Das war ja wirklich sehr klein.“