Szenen aus der Aufführung der zweiten Klassen der NMS Sir Karl Popper in der Wiener Schweglerstraße

© Sir Karl Popper NMS Schweglerstraße

Liebe(sgedichte)
11/07/2014

Zwischen Romeo, Julia, Smilies und Minzbonbons

Deutschunterricht einmal anders: Jugendliche einer Wiener Neuen Mittelschule verfassten eigene Liebesgedichte und performten dazu.

von Heinz Wagner

Ich liebe dich, kann nichts dafür/Minzbonbons schenk ich dir“, endet eines der vielen Gedichte rund um Liebe. Geschrieben und szenisch vorgetragen haben sie Jugendliche der zweiten Klassen der nach Sir Karl Popper benannten Neuen Mittelschule Schweglerstraße, deren Direktor der österreichisch-britische Philosoph von 1930 bis 1935 war.

„Liebe“ schallte es dem Deutschlehrer zu Beginn dieses Schuljahres entgegen als er die Schülerinnen und Schüler fragte, wozu sie länger in einem Projekt arbeiten wollten. Auch so kann Deutschunterricht sein: Gefühle benennen, zu beschreiben, sie in Wortbilder zu bringen und das noch in poetischer Form. Nach dem Geschriebenen Szenen überlegen, sie zu proben und letztlich vor Publikum aufzuführen, die Texte – betont – zu deklamieren. Außerdem lernten die Jugendlichen einander das Wort für Liebe in vielen ihrer Erstsprachen: El hob auf Arabisch, Ljubav (Bosnisch, kroatisch, Serbisch), Amore (Italienisch), Iubire (Rumänisch), Dashuri (Albanisch); das englische Love kannten natürlich ohnehin alle.

Romeo und Julia

Neben eigenen Gedichten nahmen sich die nicht ganz drei Dutzend Jugendlichen die wohl berühmtesten Liebenden her und spielten die Szene zwischen Nacht und Morgengrauen – „es war die Nachtigall und nicht die Lerche…“ aus Romeo & Julia humoristisch verfremdet. Noch mehr Lacher erzielten sie mit einer Passage aus der aufkeimenden Liebe zwischen dem tragisch endenden Paar: Zitate aus Shakespeares Stück wo sie einander ihre Gefühle für einander gestehen „wandern“ mit Smilies versehen als SMS hin und her – eine Schauspielerin bewegt sich stets mit einem Schild „senden“ von der einen zum anderen.

Wortspielereien mit Missverständnissen

Neben dem berühmten Theaterdichter nahmen die Schüler_innen auch Anleihe bei dem viel zu wenig bekannten satirischen russischen dichter Daniil Charms. Als die Mutter ihren Sohn Koka badet, erzählt ihr der von seiner beabsichtigten Heirat. Ihre verständnislosen Fragen wie „Hei? Was heißt hei? …. Was für ein Rat?“ lässt beide stets aneinander vorbeireden.
Neben gespielten Szenen tanzen etliche der Schüler_innen viel - zu aktuellen aber auch zu urururalten Hits – auf der Bühne, hinter weißen, durscheinenden Paravents von hinten beleuchtet als Schattenfiguren und in einer Nummer in Art Ganzkörper-Strümpfen.

Als Running Gag - im wahrsten Sinn des Wortes - taucht ein als „Döner“ verkleideter Mitspieler auf, der meint, alles drehe sich um ihn, bis ihn die Mitspieler_innen in die Schranken weisen.

Liebesgedichte und Heirat machen
Shortcuts über Romeo, Julia und andere Liebende

Mitwirkende Schüler_innen aller zweiten Klasse der NMS Sir Karl Popper Schule, 1150, Schweglerstraße: Danijela Bogdanović, Cansel Celik, Sheima Dash, Resul Demirci, Delka Dimitrowa, Patrik Duda, Stanislava Georgieva, Lisa Gesperger, Carina Haiduc, Daniela Jovanović, Lisa Klein, Dijana Mihajlović, Angelina Milenković, Ana Nikolić, Jenni Nikolić, Venhar Merseli, Natalija Perić, Valentina Petrović, Philip Quainoo, Anastasija Ridjić, Ömer Sahin, Dragoslav Sajn, Ksenija Sarbajić, Mostafa Shehata, Marko Stojadinović, David Stojaković, Sandra Stokić, Vanja Vasiljković, Zeynep Yazgi, Yakup Yıldız.

Projektleitende Lehrer_innen: Herwig Greschonig, Elisabeth Thanel
www.sirkarlpopperschule.at

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