Leben | Kiku 02.03.2013

Kunst und Krempel

© Bild: KHM

Manche Menschen lieben kuriose Dinge, die Habsburger vor allem Gold & Glitzer

Der US-Amerikaner Gary Duschl sammelt seit 48 Jahren Kaugummis der Marke Wrigley’s. Die Verpackungen faltet er zu einer Kette, die mittlerweile 12.000 Meter lang ist. Für sein außergewöhnliches Hobby bekam er 2010 einen Eintrag in das Guinnessbuch der Rekorde. Andere Menschen sammeln wiederum Schmetterlinge, Briefmarken, Münzen, Matchboxautos, Figuren aus den Überraschungseiern oder Käseetiketten aus aller Welt. Viele verbinden damit Erinnerungen an ihre Kindheit, oder haben wie Gary eine außergewöhnliche Leidenschaft.
Auch Adelige, Könige und Kaiser sammelten gerne und viel. Nur waren ihre Ansprüche besonders hoch: je seltener und kostbarer ein Gegenstand, desto besser. Die Wänden in ihren Burgen und Schlössern zierten meterhohe Teppiche, gewebt aus feinster Seide und Goldfäden. Besonders beliebt waren auch Gefäße und Trinkbecher, verziert mit edlen Steinen oder exotischen Materialien wie Rhinozeroshorn, Elfenbein oder Warzenschweinhauern.

Kunstraub

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© Bild: APA-FOTO: KUNSTHISTORISCHES MUSEUM
Die Familie der Habsburger – sie herrschte mehr als 600 Jahre über Österreich – gehörte zu denen, die am meisten sammelten. Sehr viele wertvolle Objekte aus ihrem Besitz sind seit 1. März in der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums in Wien zu bewundern – eine großartige Schau. Einiges davon ist im Buch für junge Besucher „Pfeffer im Dach und worüber der Kaiser noch staunte“ zu sehen. Zum Beispiel das berühmte Salzfass – die Saliera. Vor zehn Jahren wurde sie aus dem Kunsthistorischen Museum gestohlen. Erst nach einigen Jahren fand man den Dieb. Er hatte die Saliera in einer Kiste versteckt und im Wald vergraben. Leider gingen nicht alle Kunstdiebstähle gut aus. Bei Plünderungen während der Kriege wurde viel gestohlen, und tauchte nie wieder auf.
Einen Vorteil hatte die adelige Sammelleidenschaft gegenüber heute. Waren die Herrscher knapp bei Kasse, ließen sie Gold-Becher einschmelzen und pressten daraus Goldmünzen. Eine Kaugummikette lässt sich nicht so schnell zu Geld machen.

Buchtipp

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© Bild: cbv-Verlag
„Pfeffer im Dach und worüber der Kaiser noch staunte“.
Verlag Brandstätter, 19,90 €
( kiku ) Erstellt am 02.03.2013