Leben | Kiku 05.12.2011

Kirchturm und Minarett

© Bild: Petra Lutnyk

Jugendliche einer HAK und einer Kunstschule malten Lebensgeschichten Zugewanderter, zerschnitten die Stoffbahnen und werden sie neu verarbeiten

Erst fertigten sie Kunstwerke an, dann zerschnitten sie diese - öffentlich. Im Wiener MuseumsQuartier. Und die Einzelteile sind Ausgangspunkt eines weiteren Projekts. Kopiert auf andere Stoffe und zu Taschen verarbeitet, sollen sie verkauft werden, um mit den Einnahmen eine kleine soziale Initiative zu unterstützen. Das ist kurz zusammengefasst das Projekt Unterschied ist Eigen"Art". Teilen, zusammenfügen - das ist auch der inhaltliche Ausgangspunkt:

Zerschneidprojekt
© Bild: Petra Lutnyk

Erstens spiegeln die bedruckten, bemalten Stoffbahnen Lebensgeschichten von vier Menschen wieder, die ihre Heimatländer verlassen mussten und nun hier in Österreich neue Leben aufbauen. Eine zum Beispiel lässt einen Kirchturm und ein Minarett zusammenwachsen (siehe Hintergrund)
Zweitens arbeite(te)n dafür Jugendliche zweier ziemlich unterschiedlicher Schultypen zusammen: Der Handelsakademie (des Berufsförderungsinstituts in der Wiener Margarethenstraße) und des Kunstzweiges in der Schule Herbststraße.

Sozialkapital

Zerschneidprojekt
© Bild: Petra Lutnyk

Die Arbeitsteilung drängte sich auf: Die zuletzt genannten - Tobias Neuhuber, Rara Kritsch, Janina Pinkert, Tamara Jagadits, Elise Scemeliker und Veronika Braun - schufen die Kunstwerke, erstere entwickelten im Rahmen des Faches Projektmanagement ein Verkaufs-/Event- und Marketingkonzept. Also beispielsweise die Aktion im Wiener MQ. Diese Gruppe - Jacqueline Dallabona, Danijela Makuljević, Šabović Nordin, Markus Fischer, Marion Schmelz, Stefano Fenoli und Esra Umar - werden im kommenden Schuljahr als ihr Maturaprojekt die oben bereits erwähnte Taschen-Verkaufsaktion starten, organisieren, dokumentieren...
Ausgangspunkt für das inhaltliche Projekt mit Lebensgeschichten von Flüchtlingen/Zugewanderten, mit denen die Jugendlichen über den Verein "Land der Menschen" in Kontakt gekommen waren, war das "Sozialkapital", so die Jugendlichen zum Online-Kinder-KURIER. "Interkulturelle Zusammenarbeit bringt was, davon profitieren alle."

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011