© Ani Antonova

Gemobbt, geherrscht, gezweifelt
10/17/2014

Gemobbt, geherrscht, gezweifelt

"Angelika und die Weltherrschaft" im Dschungel Wien, dem Theaterhaus für junges Publikum im Wiener MQ

von Heinz Wagner

Von der absoluten Loserin zum Winnertyp, die letztlich freiwillig Macht abgibt. Diesen doch ungewöhnlichen Bogen spannt „Angelika und die Weltherrschaft“ (von Jérôme Junod, der auch Regie führte). Es ist die jüngste Produktion des Dschungel Wien, des Theaterhauses für junges Publikum im Wiener MuseumsQuartier.

Gemobbt

Die Hauptfigur erlebt erst Ignoranz von allen Seiten – von ihren Eltern, ihrer Schwester, der Lehrerin und ihren Mitschülerinnen und Schülern. Die findet sie blöd. So blöd, dass sie ihretwegen gar nicht gern in die Schule geht. Gemobbt, verzweifelt trifft sie auf ein seltsames Wesen. Eine Art Fee mit den ganzen Körper rundum verdeckenden blauen wollartigen Haaren meint sie sei von Angelika aus einem Anfall von Ohnmacht gerufen worden. Frau Chtngst nennt sich diese. Und sie verrät dem Mädchen einen Psycho-Zaubertrick. Jeder mensch habe einen wunden Punkt, den müsse sie mit der richtigen Frage treffen und schon werde sie mit Aufmerksamkeit belohnt.

Geherrscht

Es funktioniert. Angelika gewinnt sogar die Freundschaft von Maria-Hermelinde, die daraufhin die überkandidelte tussige Natascha abserviert und sich von Angelika sogar verunsichern lässt. Ähnliches passiert ihr bei allen anderen. Sie wird sozusagen zum Star, zur Herrscherin, alle haben aber irgendwie Angst vor ihr.

Doch will sie das?

Hinterfragt

Vom Underdog über die trickreiche Herrscherin bis zur Zweiflerin daran, was ihre Macht auslöst, spielt Mira Tscherne alle zustände glaubhaft.

Leichtfüßig

Kongenial ergänzt wird ihr Spiel durch Steve Schmidt und Anna Lisa Grebe, die beide alle anderen Rollen – von den Eltern über Mitschüler_innen, die Lehrerin bis zur geheimnisumwitterten Frau Chtngst geben.

Trotz der vielen angesprochenen ernsten Themen wartet das Stück in seinen rund 1 ¼ Stunden nicht nur mit vielen witzigen Szenen auf, sondern kommt auch leichtfüßig daher.

Angelika und die WeltherrschaftSchauspiel, 75 MinutenDschungel Wien Eigen- & Ko-Produktion

Autor, Regie: Jérôme Junod Darsteller_innen: Anna Lisa Grebe, Mira Tscherne, Steve Schmidt Ausstattung: Pia Greven Regieassistenz: Adrian Linz Aufführungsrechte: Thomas Sessler Bühnen- und Musikverlag, Wien

Wann & wo? Bis 21. Oktober sowie 16./17. Dezember Dschungel Wien 1070, MuseumsQuartier Telefon: (01) 522 07 20-20www.dschungelwien.at

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