© Heinz Wagner

Ausstellung
02/15/2013

Keine Kindersoldaten mehr!

Eine junge Frau, die als Mädchen zwei Jahre den Krieg in Sarajevo erleben musste und ein ehemaliger Kindersoldat aus dem Sudan diskutieren mit Schüler_innen im HGM

Im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien läuft heuer wieder das Vermittlungsprogramm zum Thema „Kindersoldaten“, welches Schulklassen besichtigen können. Da es in manchen Ländern auf der Welt leider immer noch Kindersoldaten gibt, ist es sehr gut, den Menschen mit dieser Ausstellung zu vermitteln, wie schrecklich das eigentlich ist.
Es gibt einen Ausstellungsraum, in dem an der Wand Fotos von Kindersoldaten im Einsatz hängen und auch Zitate von Menschen, die einmal Kindersoldaten waren. Mit einem riesigen Banner mit dem Schriftzug „Stop child soldiers“ ist das Thema dieses Raumes kaum zu übersehen.

Kriegsopfer

Das Highlight in diesem Programm sind allerdings die Autorin Zlata Filipovic des Buches „Ich bin ein Mädchen aus Sarajevo“ und der damalige Kindersoldat John Kon Kelei. Sie haben sich Zeit genommen, um Schülern zu vermitteln, wie grauenvoll Krieg ist. In einem kleinen Raum sitzen dann immer entweder Zlata Filipovic oder John Kon Kelei und erzählen einer Schulklasse, was sie erlebt haben. Bei einem Vortrag von Zlata Filipovic durfte ich auch zuhören. Sie erzählte: „Im Alter von elf Jahren habe ich begonnen ein Tagebuch zu führen. Am Anfang schrieb ich da nur unnötiges Zeug hinein, mein Leben war zu der Zeit ja noch normal und ich wusste nicht genau, was ich in das Tagebuch hineinschreiben sollte. Doch als der Bürgerkrieg in Sarajevo ausbrach, änderte sich mein Leben schlagartig. Überall gab es Schießereien, Granaten explodierten und Menschen wurden einfach so auf der Straße getötet. Nun wurde mein Tagebuch spannender und ich schrieb hinein, was alles Schreckliches passierte. Ich habe keine Geschwister, es waren nur ich und meine Eltern, die diesen Krieg durchstehen mussten. Ich sah, wie von Tag zu Tag Menschen, sogar Kinder einfach so auf der Straße erschossen wurden. Doch in der Zeit dieses grauenhaften Krieges habe ich nie die Hoffnung auf Frieden verloren.“
Zlata Filipovic konnte den Bürgerkrieg mit ihren Eltern überleben und so hat sie ihr Tagebuch veröffentlicht, damit alle Welt sehen kann, wie grausam der Krieg ist und wie sich ein kleines Mädchen zu der Zeit gefühlt hat. Sie erinnert sich nicht sehr gerne an diese Zeit zurück, sie macht das nur, um Jugendlichen zu erklären, wie glücklich sie sein können, dass sie in so einer friedlichen Zeit leben.

Kindersoldat

Den Vortrag von John Kon Kelei habe ich nicht gehört, ich weiß nur ein paar Fakten über ihn: Bereits im Alter von 4 bis 5 Jahren wurde er einfach seiner Familie weggenommen und in ein Kindersoldatenlager geschickt. In diesem jungen Alter wusste er noch gar nicht wirklich, was da los war, eher dachte er, das sei alles nur ein Spiel. Doch leider war es das nicht und John Kon Kelei wurde als sehr junges Kind schon zum Soldaten ausgebildet und hat gelernt, wie man mit Waffen umgeht.

Zlata Filipovic und John Kon Kelei sind beide sehr glücklich, dass sie diese Zeit des Krieges überstanden haben.
Für die Klassen gibt es auch noch einen kurzen Film, in dem Kinder, die den Krieg in Bosnien miterlebt haben, erzählen, was alles passiert ist, wie sie um verstorbene Bekannte oder Verwandte trauern und wie sie sich in der Zeit gefühlt haben.
Das ganze Vermittlungsprogramm bringt Jugendliche zum Nachdenken, wie schrecklich doch so ein Krieg ist und wie glücklich wir doch sein können, dass wir das alles nicht miterlebt haben.
So meint auch ein kleiner Junge in dem Film: „Wer Krieg nicht miterlebt hat, weiß nicht, was Krieg ist.“
Katina Prähauser, 13