Kiku
25.10.2017

Film über Jugend-Coaching: Rausfinden, wohin die „Reise“ gehen soll

Halbstündiger Film über Jugendcoaching mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen

„Ohne das Jugendcoaching wär ich schon mit 15 auf der Straß‘n g‘sessen“, sagt die ansonsten ständig auf mega-cool spielende, Selfie-süchtige Film-Isa mit hohem Tussie-Faktor in einem ihrer spärlichen ehrlichen Momente. Kürzlich wurde im Wiener Filmcasino der knapp mehr als halbstündige Film „Die Reise“ vorgestellt.

Die Story: Ein halbes Dutzend junger Leute reist mit einem Bus durch Österreich. Im Laufe der Tour wird dieser gemeinsam kunterbunt besprayt, laufend werden Selfies gemacht und auf Facebook gepostet. Auf der „Reise“ besuchen sie ein paar Jugendliche, die sie bei der Messe „Beruf, Studium, Weiterbildung“ (best) kennengelernt hatten - samt Party beim Vorarlberger Arif. Nicht zuletzt organisieren sie via Facebook ein reales Treffen mit Fans, die den Reisenden virtuell folgen – grantige alte Frau am Marktplatz und leiwander Polizisten, der zum Selfie bittet inklusive. Soweit kurz gefasst der kurze Spielfilm.

Zukunft ist heute

Die Rahmenhandlung: Ein angehender Sozialarbeiter will sich vor seinem Fachhochschul-Studium in einem praktischen Projekt ausprobieren, um seine eigenen Zweifel daran, ein guter Sozialarbeiter werden zu können, im Optimalfall zu zerstreuen. Die jungen Darsteller_innen spielen fiktive Geschichten Jugendlicher, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurden/werden – und die mit Unterstützung von Jugend-Coaching (wieder) eine Perspektive in ihr Leben bringen.

„Es ist verdammt leicht, auf die Zukunft zu pfeifen, wenn einem alle Möglichkeiten offen stehen. Aber wenn dir das Leben so richtig reinscheißt, denkst anders drüber“, kontert Rizi, Video- und Musik-Experte im Rollstuhl der No-Future-Tramperin Irene. Auf diese treffen sie bei einem unfreiwilligen Halt - der Bus hat eine Panne. Letzteres passierte während der Dreharbeiten übrigens in echt und nicht nur für den Film.

„Ich hab auch Probleme g’habt, Scheiße gebaut, weil ich Geld brauchte“, erzählt Ali. Diesen spielt Bagher Ahmadi, der im echten Leben ganz andere Probleme bewältigte: Allein auf sich gestellt flüchtete er als unbegleiteter Minderjähriger aus Afghanistan, hat in den vergangenen Jahren in Österreich in mehreren Theaterproduktionen und Filmen mitgespielt und studiert mittlerweile am Wiener Konservatorium Schauspiel.

Zurück zum Film „Die Reise“, der anhand von fiktiven aus der täglichen Praxis inspirierten Beispielen Sinn und Zweck des Jugend-Coachings plastisch darstellt. Wobei es nicht nur um „Problem“-Jugendliche geht. Demnächst werden insgesamt rund 160.000 Jugendliche diese individualisierte Schnittstelle – die Coaches beschäftigen sich mit jeder/jedem Einzelnen - zwischen Schule und Beruf durchlaufen haben. Rund 500 Coaches bei 35 Trägerorganisationen bewerkstelligen diese herausfordernde Aufgabe.

Computerspiel-Design

Im Film meint Xana: „Wir hatten alle ein Jahr so einen Coach, der chillig war.“ Ihre Darstellerin, Diana Volyuvach (16), Halb-Italienerin und Halbrussin, die seit dreieinhalb Jahren mit ihrer Mutter in Wien lebt, erzählt dem Kinder-KURIER: „Ich hab im Poly einfach nicht genau gewusst, was ich danach machen will. Meine Coachin hat mir geholfen, in eine Produktionsschule zu kommen, wo ich in verschiedene Berufe reinschnuppern konnte – von klassischen wie Konditorei bis Büro. Ich aber interessierte mich am meisten für Multimedia, Grafik und Kommunikationsdesign oder Gamedesign. Letzteres mehr als Spieleentwicklung, weil ich in Mathe nicht so gut bin.“

Die Mitarbeit beim Film entsprach obendrein einer weiteren Leidenschaft Dianas: Singen und Schauspiel. Fallweise steht sie auf der Bühne des russischen Theaters in Wien. „Die Dreharbeiten waren zwar anstrengend, haben aber viel Spaß gemacht“, sagt sie zum KiKu. Etwas, das übrigens die meisten Mitwirkenden so empfunden haben – was auch im Film immer wieder aufblitzt bzw. ihn sogar durchzieht.

Die Erzählstränge der einzelnen Figuren und ihre Geschichten sind überzeugend gezeichnet, da hätte es das „Draufdrücken“ mit erhobenem Zeigefinger gegen Ende des Films nicht wirklich gebraucht, um Sinn und Erfolg von Jugend-Coaching zu zeigen.

Jugendliche gaben Inputs

Für das Drehbuch holten sich die Filmemacher_innen rund um Regisseurin Karina Tajmar Inputs bei so manch Jugendlichen aus Jugend-Coachings. Für einzelne Szenen – insbesondere die des Massentreffens auf dem Marktplatz einer Kleinstadt – wurden solche Jugendlichen verpflichtet. Der Film verstand und versteht sich als ein Projekt nicht nur über Jugend-Coachings, sondern wollte „ausgrenzungsgefährdete“ Jugendliche aus diesem Segment auch einbeziehen.

Im Vorspann des Films, den es im Sinne von Barrierefreiheit auch mit Untertiteln der gesprochenen Dialoge gibt, ist ein Spruch eingeblendet, der einen kernpunkt von Jugendcoaching auf den Punkt bringt: „Helden sind diejenigen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Selbst die besten SportlerInnen brauchen TrainerInnen.“

Der Film im Auftrag des Sozialministeriums – samt einem making of – wird von Jugend-Coaches bei Veranstaltungen (in Schulen) gezeigt.

www.neba.at/jugendcoaching/der-film

www.neba.at/

Bilder aus dem Film und vom Making of

Fotos aus dem Film und vom Making of

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Szenenfoto aus dem Film

Szenenfoto aus dem Film

Szenenfoto aus dem Film

Szenenfoto aus dem Film

Szenenfoto aus dem Film

Szenenfoto aus dem Film

Szenenfoto aus dem Film

Szenenfoto aus dem Film

Szenenfoto aus dem Film

Szenenfoto aus dem Film

Fotos vom Making of für "Die Reise"

Fotos vom Making of für "Die Reise"

Fotos vom Making of für "Die Reise"

Fotos vom Making of für "Die Reise"

Fotos vom Making of für "Die Reise"

... von der Film-Premiere

fotos von der Film-Präsentation

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Die meisten Mitwirkenden - vor und hinter den Kameras -konnten zur Film-Premiee kommen

Die meisten Mitwirkenden - vor und hinter den Kameras -konnten zur Film-Premiee kommen  

Die meisten Mitwirkenden - vor und hinter den Kameras -konnten zur Film-Premiee kommen  

Die meisten Mitwirkenden - vor und hinter den Kameras -konnten zur Film-Premiee kommen  

Die meisten Mitwirkenden - vor und hinter den Kameras -konnten zur Film-Premiee kommen  

Die meisten Mitwirkenden - vor und hinter den Kameras -konnten zur Film-Premiee kommen  

Der Reihe nach wurden sie aufgerufen und beklatscht

Der Reihe nach wurden sie aufgerufen und beklatscht  

Gespanntes Warten bis der Film über die Leinwand flimmert

Gespanntes Warten bis der Film über die Leinwand flimmert

Gespanntes Warten bis der Film über die Leinwand flimmert

Gespanntes Warten bis der Film über die Leinwand flimmert

KiKu-Interviewpartnerin Diana Volyuvach, Darstellerin der Film-Xana