Kiku
02.12.2016

Wunderbarer Pinocchio im Wandel-Wald

Verspielte, getanzt, gespielte „Pinocchio“-Version mit Live-Musik im Dschungel Wien.

In einer wunderbar wandelbaren Traumlandschaft spielt sich diese verspielte, so leichtfüßig wirkende und doch so teils fast artistisch-tänzerische Version der Holzpuppe, die zum Menschen wird, ab. „Das Spiegelkabinett“ und der Dschungel Wien haben Carlo Collodis nicht ganz 150 Jahre alte, vielfach gespielte, verfilmte usw. Geschichte „Pinocchio“ in ein gespieltes, getanztes und fast durchgängig mit Live-Harfenmusik untermaltes 70-Minuten-Stück verarbeitet.

Verlockungen

Sechs Stoffsäulen und ein großes hölzernes – Stoff umspanntes - „Hamsterrad“ sowie eine große Harfe – mehr findet sich nicht auf der Bühne. Aber auch nicht weniger. Die Säulen werden von Bäumen des Waldes über das Innere des Wales gegen Ende der Geschichte oder dazwischen in vielen bunten Farben abwechselnd aufleuchtenden Elementen im Spielland „Froh & Spaß“, wo Pinocchio und sein Kumpel zu (Konsum-)Esel werden. Eine der Säulen verwandelt sich unter anderem Licht in ein Schattentheater, in dem Gepetto aus dem besonderen Pinienholz überhaupt erst Pinocchio schnitzt.

Damit die Holzpuppe kein Holzkopf bleibt (Pinocchio bedeutet übrigens auch Dummköpfchen), tauscht Gepetto seinen einzigen Mantel gegen ein Schulbuch. Das Pinocchio auf dem Weg zur Schule, angelockt von Musik gegen den Eintrittspreis für „das weltbeste Puppentheater“ hergibt. Ein gekonnt überzeichnet ur-schlechtes Puppentheater.

Menschwerdung

Sich treiben lassend, von da noch dort, allen möglichen Verlockungen – auch jener von Fuchs und Kater, seine vier Goldstücke wundersam zu vermehren - auf den Leim gehend, kommt ihm doch der arme „Vater“ immer wieder in den Sinn. Gefühle, Sehnsucht und Verantwortungsbewusstsein erwachen in Pinocchio – und so wird er allmählich von der Holzpuppe zum Menschen.

Bevor es zu diesem berührenden Moment kommt, sorgen viele Szenen für Heiterkeit, nicht zuletzt auch die Auftritte der Grille, die leuchte wie ein mit bunten Lichterketten geschmückter Weihnachtsbaum. Besonders sehens- und erlebenswert auch die Taube mit ihrer Fliegerbrille – aber voll echt „täubischen“ Bewegungen

Was? Wer? Wann? Wo?

Pinocchio
Nach Carlo Collodi
Dschungel Wien & Das Spiegelkabinett
Schauspiel mit Musik, eine Stunde; ab 7 Jahren

Regie, Textfassung: Richard Schmetterer
Darsteller_innen: Clara Diemling, Till Frühwald, Soffi Schweighofer, Isabell Stoßfellner
Bühne, Licht: Hannes Röbisch
Kostüme: Maiken Kloser, Lena Scheerer
Musik: Florian C. Reithner
Regieassistenz: Iris Schmid

Wann & wo?
Bis 8. Jänner 2017
Dschungel Wien, 1070 MuseumsQuartier
Telefon: (01) 522 07 20-20
www.dschungelwien.at