Kiku 01.12.2016

Kein Bär, ein Bär, viele Bären?

Szenenfoto aus "Der Bär, der nicht da war" von makemake produktionen © Bild: Julia Haas

„Der Bär, der nicht da war“ - Fantasievoll, verspieltes, poetisch-philosophisches Stück nach dem gleichnamigen Bilderbuch im Dschungel Wien.

Ein wahrhaft verträumt, fantasievolles, poetisches, philosophisches Spiel ist das rund einstündige Schauspiel mit Figuren, allerlei Gegenständen, Musik und Geräuschen „Der Bär, der nicht da war“, das am Donnerstag im Dschungel Wien Premiere hatte. Manfred Engelmayr, Birgit Kellner, Christian Schlechter spielen die Geschichte nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Oren Lavie und Wolf Erlbruch. In einem geordneten Durcheinander, in dem eine große runde Scheibe zur Uhr und dann wieder zusammengeklappt zur Schaukel wird, sich Transportwägelchen und Kisten in einen Zug verwandeln und aus Röhren mit Staberln durch zerknülltes Papier Blumen wachsen, wandert der Bär durch einen Wald.

bär der nicht da war_makemake, Dschungel Wien
Szenenfoto aus "Der Bär, der nicht da war" von makemake produktionen © Bild: Julia Haas
Davor aber war noch einmal ein Juckreiz – von mittlerer Größe – den die drei Darsteller_innen/Spieler_innen durch Geräusche hörbar machen. Was verstecken sie da unter ihren Pullovern? Das sei hier jetzt gar nicht verraten.

Bist du ich?

Zurück zur Wanderung des Bären auf der Suche. Auf der Suche nach der Antwort auf eine Frage, die er in einer kleinen Kiste findet: „Bist du ich?“ Es gibt aber nicht nur den einen Teddybären, der als Handpuppe bewegt wird, er hat auch eine Art Ebenbild, viel kleiner als Marionette. Und drei weitere aus zerknülltem und wieder einigermaßen glatt gestrichenen Papieren. Auf Overhead-Projektoren gelegt werden sie zu riesigen Schatten. Es gibt also mehrere von seiner Sorte? Oder ihn mehrfach, je nachdem wie er sich fühlt? Oder...

Nichts mehr zum Denken übrig?

bär der nicht da war_makemake, Dschungel Wien
Szenenfoto aus "Der Bär, der nicht da war" von makemake produktionen © Bild: Julia Haas
Der Bär grübelt viel über sich, über verschieden Sorten von Stille. Und dann will ihm ein Pinguin im Wiener Dialekt weis machen, dass da gar nichts zum Nachdenken für ihn übrig bleibe, denn er, der Pinguin habe schon über alles, sogar das Nichts nachgedacht...“

Naja, einiges bleibt doch. Immerhin kann der Pinguin zwar die Blumen zählen, der Bär aber findet „riechen besser als zählen“, womit er wohl mehr vom Wesen derselben erfasst. Seine Erkenntnis daraus und aus anderen, vielen Beobachtungen und Überlegungen: „Ein Bär ist ein Bär, wenn er denkt, dass er ein Bär ist!“

Was? Wer? Wann? Wo?

Der Bär, der nicht da war
Nach dem Buch von Oren Lavie
makemake produktionen
Figurentheater, 45 Minuten, ab 5 Jahren

Buch: Oren Lavie/Wolf Erlbruch (Illustrationen)
Übersetzung: Harry Rowohlt
Verlag Antje Kunstmann, München

Stückentwicklung, Performance: Manfred Engelmayr, Birgit Kellner, Christian Schlechter
Stückentwicklung, Mitarbeit: Daniela-Katrin Strobl
Textfassung, Ausstattung, Figuren: Birgit Kellner, Christian Schlechter

Musik: Manfred Engelmayr
Choreografie: Martina Rösler
Stimmcoach: Paul Pauser
Schneiderei: Brigitte Moscon
Produktion: Julia Haas
Illustration: Birgit Kellner

Aufführungsrechte: schaefersphilippen, Köln

Wann & Wo?
Bis 11. Dezember 2016
Dschungel Wien, 1070, MuseumsQuartier
Telefon: (01) 522 07 20-20
www.dschungelwien.at

( kurier.at , kiku-heinz ) Erstellt am 01.12.2016