Redebewerb, Preisverleihung
03/19/2013

Die jüngsten Sieger_innen bei "SAG'S MULTI!" 2013

Die sechs jüngsten besten Redner_innen im Bewerb 2012/13

von Heinz Wagner

Persisch, Serbisch, Ungarisch, Burgenland-Kroatisch, Englisch und Rumänisch sind - neben Deutsch - die Sprachen der 12- bis 14-Jährigen.

BG 18 Klostergasse, Farsi/Persisch

Wir spielen bei uns in der Schule oft mit Sprachen, Viele können andere Sprachen und wir lernen voneinander. Jede Sprache ist auf ihre weise besonders, und je mehr du kannst, desto besser. Ich möchte ja Ärztin werden und ins Ausland gehen, da kann das nur gut sein. Meine Muttersprache ist Persisch, aber wir haben zu Hause auch gleichzeitig Deutsch gesprochen und oft beide vermischt.“
Einmal wöchentlich besucht sie seit sechs Jahren muttersprachlichen Unterricht, „wo wir schreiben und lesen lernen, aber auch Referate über Sehenswürdigkeiten im Iran oder Geschichten halten oder Sprichwörter und ihre Bedeutung lernen. Manchmal haben wir auch Diktate, die dann von der Lehrerin verbessert werden. Das macht mir alles großen Spaß.“

In der Schule lernt sie natürlich Englisch und „dann hab ich mich für Französisch entschieden, weil ich mir gedacht habe, das ich das mehr brauchen kann als Latein“. Zudem steht sie mit der sechsten Klasse vor der Wahl zwischen Italienisch oder Spanisch und „von meinem Vater lerne ich auch noch Türkisch. Das interessiert mich auch.“
Freizeit?
„Ich hab keine Zeit für Freizeit, aber wenn was bleibt, dann chille ich gern mit Freunden, diese und Familie sind mehr sehr wichtig.“

Als Ärztin will sie nicht nur ins Ausland gehen, sondern „vor allem mit Kindern arbeiten und vielleicht sogar viele Leben retten, das wäre auch noch sehr schön!“

B(R)G/MG Dreihackeng., Graz, Serbisch

Ja, ich hab immer schon gut und gern vor anderen Reden gehalten, ich spreche gern – und schnell, auch wenn ich nicht mit allen Leuten spreche. Aber so wie „SAG’S MULTI!“ das hatte ich vorher noch nie, wollte es aber immer schon einmal machen – vor vielen anderen Leuten meine Meinung sagen, sagen, ich denke.“
So ungefähr mit zehn Jahren habe dieser Wunsch begonnen, „ich glaub, das kommt davon, weil mein Vater bei der Lebenshilfe Deutschlandsberg arbeitet und es immer wieder Leute gibt, die über die geistig Behinderten, die dort betreut werden, lachen.“

Sie selbst har immer wieder in Ferien freiwillig mitgearbeitet (kochen, putzen, mit ihnen singen, spielen und spazieren gehen). Sie fand und findet das „nicht fair, dass man so über sie redet. Und es gibt sogar Menschen, die dann auch mich auslachen, wenn ich meine Meinung darüber sage, dass eben alle Menschen gleich behandelt gehören.“

Chancengleichheit für alle ist auch eines ihrer wichtigsten Anliegen, das sie in ihrer Rede nennt, „dass alle eine gute Zukunft haben, eine gute Ausbildung machen können. Und alle sollen ein gutes Leben mit ihren Familien haben können, genug zu essen und trinken haben, nicht geschlagen werden und die Chance auf Freude im Leben haben dürfen.“
Dazu – nicht zuletzt um auch die Umwelt zu schonen, zählte sie auch bessere Busverbindungen auf, so dass Leute auch aus kleinen Orten – ohne Auto – rasch überall hinkommen können.

Mit Vater und Schwester „rede ich nur Serbisch und mit der Mama nur Deutsch, im Deutschen bin ich lockerer, weil ich es ja dauernd in der Schule und mit vielen Freundinnen und Freunden rede, ich geh aber auch in einen Serbisch-Unterricht und lerne beide Schriften (eine der wenigen Sprachen in zwei Schriften, konkret cyrillsch und lateinisch) und die Grammatik.“

Seit ihrem vierten Lebensjahr spielt Teodora Pantić Klavier, „zuerst an der Kunstuni, vor einem Jahr hab ich ans Konservatorium gewechselt, ich war die jüngste Studentin und bie Bewerben bin ich noch immer meistens die jüngste Teilnehmerin, Klavier übe ich jeden Tag ungefähr eine bis eineinhalb Stunden, am Wochenende manchmal auch drei bis vier Stunden, aber es macht mir ja Spaß.“
Und noch ein Hobby hat die Grazerin: „Ich geh sehr gern zum Tierheim und dort dann mit Hunden spazieren.“
Lesen, laufen, wandern sind dann weitere Hobbys.

NMS St. Elisabeth, Wien 2, Ungarisch

Bei der ersten und auch noch der zweiten Rede (Regionalausscheidung) „war ich schon noch sehr nervös, aber im Finale nicht mehr, da hatte ich die ungarische Jurorin schon gekannt und keine Angst mehr vor ihr“, gesteht Carina Tandar aus der Neuen Mittelschule in der Oberen Augartenstraße in Wien-Leopoldstadt. Aufgewachsen ist sie zwar mit beiden Sprachen, aber Deutsch kann ich besser, vor allem auch lesen und schreiben. Ungarisch hab ich erst vor Kurzem viele Freunde gefunden, mit denen ich auf Facebook oder per eMail schreibe.“
In der Freizeit „geh ich in eine ungarische Volkstanzgruppe und in einen Chro singen, ich schauspiele gern – sowohl in Musicals als auch im Theater und möchte vielleicht in die Oberstufe bei den Wiener Sängerknaben gehen.“

„Für die Zukunft ist mir am Wichtigsten, dass sich nicht alles ums Geld dreht.“

2sprachige NMS Großwarasdrof/Veliki Borištof, Burgenland-Kroatisch

Eine neue, ganz alte Sprache, brachten diesmal einige Teilnehmer_innen ein, darunter die 13-jährige Jana Ribarich, nämlich Burgenland-Kroatisch, eng verwandt mit Kroatisch, aber als Sprachinsel eine alte Form. Manche wörter führen mitunter zu Missverständnissen, so bedeutet „trudna“ im Burgenland müde, in Kroatien schwanger.
„In meinem Freundeskreis rede ich sehr viel kroatisch, im Fernsehen schau ich fast nur Deutsch und in der Schule (Großwarasdorf/Veliki Borištof) haben wir zweisprachige Lehrerinnen und Lehrer. Wir wchseln auch imemr wieder zwischendurch, ins Matheheft schreiben wir manchmal Deutsch, manchmal Kroatisch.“

Besonders zeichnet sich Ribarich – im Gespräch und auch in ihrer Rede – durch politisches Engagement aus. Das Mädchen aus Koratisch-Minihof/Mjenovo will „dass auch Kinder in der Politik mitreden dürfen“, besonders störte sie, dass über die Wehrpflicht, „die Jungen, die es betrifft nicht abstimmen durften. Wenn schon nicht abstimmen, so hätte man wenigstens Kinder fragen sollen und ihre Meinung vor der Abstimmung bekannt geben.“

Neben dem politischen Interesse, „und zwar alle Bereiche“ reitet sie gerne, spielt seine einem halben Jahr Klavier und schon länger Tamburizza, „das ist ein Saiteninstrument, das gibt’s in verschiedenen Größen wie Kontrabass, Gitarre und eines kleiner als eine Ukulele und in einer Floklore-Tanzgruppe bin ich auch noch.“

Und an ihrem Schulort ist sie noch Mitglied im Chor der kroatischen Kulturvereinigung KUGA, „im Sommer machen wir eine zweisprachige Version vom Musical Hair (auf kroatisch vlasi)“.
Nach der Neuen Mittelschule wird sie ins pannonische Gymnasium Oberpullendorf wechseln, „dort gibt’s auch kroatisch und eine Tamburizza-Gruppe“.

KMS Lauder Chabad, Englisch

Familiensprache im Haushalt K. ist American English, „Deutsch habe ich ab dem Kindergarten gelernt, ab der 1. Klasse Volksschule in der Lauder-Chabad-schule kam auch Hebräisch dazu.“ Das beherrscht sie mittlerweile als dritte Sprache, seit diesem Jahr besucht sie auch das Freifach Französisch. „Ich lerne gerne neue Sprachen, Englisch war für mich in der Schule zeitweise schon langweilig, aber jetzt darf ich mir immer ein Buch aus der Bibliothek holen oder für eigene Projekte lernen.“

Als Lieblingsfächer nennt Elisheva K. aber Physik, Sport, Zeichnen und Biologie. Breit ist auch die Palette ihrer Hobbys. Die reichen von Musik, „ich spiele seit ungefähr drei Jahren Klavier, und da habe ich keine Vorlieben, ich spiele alles gern“ über Ball- und Wintersportarten (Skifahren und seit einem Jahr auch Snowboarden) bis zu lesen. „Da les ich Deutsch und Englisch gleich gut und sehr gern und sehr viel, Lieblingsbücher sind Harry Potter und Action-Bücher aus der Alex-Rider Serie (von Anthony Horowitz). Sehr gerne mag ich Krimis, Romane auch, aber besonders auch Biographien. Wenn ich etwas über eine bekannte Person höre, dann will ich mehr über sie lernen.“

Kommendes Schuljahr wird sie ins ORG derselben Schule wechseln und danach „möchte ich jedenfalls Architektur studieren“.
Für sich selber und ihre Zukunft „will ich viel lernen, damit ich später mehr Chancen habe. Und für die Zukunft der Welt und Menschheit wünscht sie sich, „das mag vielleicht kindisch klingen, aber ich hoffe, dass es nicht so viele Kriege gibt!“

Theresianum, Rumänisch

Mit Deutsch und Rumänisch ist Livian Enachescu in Wien aufgewachsen, „zuerst mir Rumänisch, ab dem Kindergarten dann auch Deutsch, mein Rumänisch ist nicht so gut ausgeprägt.“ Aber Sprachen waren – neben Sport – einer der Gründe, sich fürs Theresianum zu entscheiden. Hier begann er die erste Klasse Gym mit Französisch, ab der dritten stand Englisch auf seinem Stundenplan, in der vierten kommt Latein, in der sechsten Russisch, zusätzlich kann ab der 5. Klasse als Wahlpflichtfach Italienisch oder Spanisch genommen werden, wenn die Wahl nicht auf Geschichte, Bildnerische Erziehung, Informatik, Life Science oder European Studies fällt. Letzteres hat der 14-Jährige vorläufig ins Auge gefasst.

„Da hat man einmal im Monat auch Skype-Sessions mit Jugendlichen aus Schulen in anderen Ländern.“ Den Sport mag er als guten Ausgleich zum Schulstress. Immerhin verfügt das Halbinternat über etliche Sportanlagen vom Schwimmbad bis zu Spielfeldern für Fuß- und Volleyball, Tennis und Laufbahnen. Dazu betreibt der Vielsprachige noch TaeKwanDo.

Sich selber sieht er in der Zukunft in der Psychologie, „weil mich interessiert, wie Menschen denken, fühlen und warum sie wie handeln. Vielleicht auch was in Richtung Werbung, jedenfalls etwas mit Kontakt zu Menschen und Sprachen würde ich auch gern fortsetzen.“
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