Kiku
30.04.2017

Preise für junge Erfinder_innen

AX-Award: Preise für Sonnenenergie speichern, automatisch verstellbare Steighilfe für Skitouren-Bindungen und Lauf-Fußanalyse-App.

Seit „ewig“ versorgen Sonne oder Wind uns mit Energie. Seit einigen Jahrzehnten wird sie auch über verschiedene Wege zur Stromerzeugung genutzt. Solarzellen und Windkraftwerke übernehmen einen größer werdenden Anteil an der Produktion elektrischer Energie. Ein noch immer zu beklagendes Problem ist die mangelnde Speicherbarkeit, wenn es um große Energiemengen geht und mangelnde Steuerbarkeit. Akkusysteme können bei kurzzeitigen Spitzen ausgleichend wirken, über längere Perioden elektrische Energie zu speichern geht nur durch Umwandlung von elektrischer Energie in chemische Energie, d.h. durch Umwandlung von Stoffen mit niedrigem Energieinhalt (CO2 bzw. CO) in Stoffe mit höherem Energieinhalt (z.B. Erdgas).

Speicher-System

Abhilfe ersann Sophie Fellhofer von der HTL Braunau (Oberösterreich). Ihr Ansatz: Mit einem Elektrolyseverfahren aus Kohlendioxid (CO2) und Kohlenmonoxid Methan (Erdgas) zu erzeugen. Sie konstruierte und baute eine Versuchs-Elektrolyse-Zelle, ein Mess-System zum Analysieren der gebildeten Gase. Schließlich führte die angehende Maturantin Versuche durch, wie die Oberfläche der Elektrode so vorbehandeln werden kann, dass Methan gebildet wird. Diese – wie die Jury (vier Menschen aus Wissenschaft und Wirtschaft, die nach den Kriterien Innovation, Marktrelevanz, Investmentfaktor und Performance urteilen) meinte – „intelligente Lösung für ein sehr großes und zukunftsträchtiges Thema“ brachte ihr jüngst den Sieg beim AX-Award ein.

Ein Drittel Mädchen

Jugend Innovativ ist zwar der größte, aber nicht der einzige Bewerb, bei dem Schülerinnen und Schüler schlaue technische, teils sogar patentreife, Projekte und Erfindungen vorstellen. Zum sechsten Ml wurde der AX-Award ausgetragen. 100 Projektteams bewarben sich, die zehn besten kamen ins Finale dieses von einer Privatfirma (x.test), die Messgeräte vertreibt, organisierten Bewerbs für Schülerinnen und Schüler der Bereiche Elektro-, Nachrichten-, Hochfrequenz-, Kommunikationstechnik, Mechatronik, Technische Informatik und Technische Kommunikation. Die drei besten Teams erhielten Sachpreise im Wert von 7.000 Euro für sich und ihre Schulen, alle Finalist_innen Urkunden.

Mädchen sind – hierzulande – (noch immer) zu selten in technischen Schulen, Unis und Bewerben vertreten. Ins Finale des genannten Bewerbs aber schafften es neun Mädchen – und 16 Burschen. Übrigens: Auch im Vorjahr gewannen Mädchen – aus der selben Schule - den AX-Award.

Sportlich

Ausgangspunkt für ihr Diplomprojekt „NextStep“ – mit dem sie Platz 2 beim AX-Award erreichten - war für die drei Tiroler Burschen Thomas Braunegger, Maximilian Ebner und Patrik Penz von der HTL Anichstraße (Innsbruck) eigene sportliche Erfahrung. „Wir gehen alle drei Ski-Touren“, so Penz zum KiKu. Dabei ärgerte sie ein Manko der einschlägigen Bindungen – wie so manch andere Touren-Geher_innen: Dass die Steighilfen der Bindungen erstens nur händisch und nur auf zwei oder höchstens drei verschiedene Stufen verstellt werden können. Die drei Jugendlichen beließen es nicht nur beim Ärger, sie hatten ihr Maturaprojekt entdeckt: Einbau von High-Tech, damit sich die dann mechatronische Steighilfe ganz automatisch dem Gelände anpasst. „Wir haben schon auch vorher geschaut, was es da eventuell schon an Erfindungen gibt“, verweist Patrik Penz auf die notwendige Patentrecherche einer Abschlussarbeit. Dann tüftelte das Trio nicht nur über mögliche andere Lösungen. Die drei Schüler bauten auch einen „Funktionsprototypen“. „Unser System funktioniert anders als bisherige Lösungsansätze.“ Das „wie“ können und wollen die drei noch nicht verraten, „weil wir’s noch nicht zum Patent angemeldet haben“ – und das muss noch warten, „jetzt müssen wir erst einmal die Matura machen“.
Was sie in ihrer Arbeit aber schon verraten: Es gibt Menschen, die vielleicht die automatische Anpassung nicht wollen. Für die haben sie sich eine mögliche Fernbedienung ausgedacht, die über Funk funktioniert. Und die könnte sich in einen der Skistöcke einbauen lassen.

Die App „MoveFit“ brachte Annabelle Reicher, Georg Dollmann und Andreas Loschy von der HTBLuVA Pinkafeld ( Burgenland) den dritten Platz ein. Gut, Fitness-Apps gibt’s massenhaft. Diese aber will nicht nur Laufgeschwindigkeit und Distanz messen. Bei diesem Projekt ist ersichtlich, wie der Fuß beim Laufen belastet wird. Neben den allgemeinen Lauf-App Funktionen (Geschwindigkeit, Streckenlänge, Höhenmeter, etc.) analysiert Move-Fit das Abrollen des Fußes während der Bewegung. Die Daten werden während des Laufens gesammelt und später in der App mithilfe von Diagrammen angezeigt – als Basis beispielsweise für das Erkennen von Fehlstellungen oder mögliche Physiotherapien. Der Laufschuh wird mit Drähten verkabelt. Die Sensoren senden ihre Daten erst an ein kleines Kästchen, das an der Wade befestigt wird.

Lettische Schülerinnen erfanden elektronische Socken

Hier hätte das Trio allerding vielleicht Anleihe nehmen können bei einem Porjekt zweier lettischer Schülerinnen, das diese im Vorjahr ins forße finale des European Contest of Young Scientists (EUCYS) gebracht hatte. Zane Grēta Grants und Daniela Gods-Romanovska haben Socken elektronifiziert: „Wir haben Sensoren und leitenden Wollfäden (feiner Draht mit Garn verzwirbelt) in den Socken vernäht“, schilderten die beiden im September 2016 dem Kinder-KURIER. Dadurch lässt sich jede Fußbewegung auch auf einem Monitor sichtbar machen. Mehr dazu

hier

http://axaward.at/

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