Kiku
05.11.2013

Auf den Spuren Brittens "segeln"

Die Leidenschaft macht's aus! Wiener Sängerknapen singen und spielen kurze Oper Benjamin Brittens und erzählen rundherum die Lebensgeschichte des Komponisten.

Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“
Dieser wunderbare Satz von Antoine de Saint-Exupery, den meisten wohl für sein kurzes und doch so großes Werk „Der kleine Prinz“ bekannt, drängt sich dieser Tage im MuTh (MUsikTHeater, Wien) auf.
In ihrem Konzertsaal am umstrittenen Augartenspitz singen, spielen und musizieren Wiener Sängerknaben gemeinsam mit dem Puppenspieler Habjan eine Kürzest-Oper von Benjamin Britten – eingebettet in eine musikalische Erzählung über das Leben dieses großen Komponisten, der vor 100 Jahren geboren wurde.

Mit Musik malen

Ganz sanft und ruhig taucht hinter dem weißen durchscheinenden Vorhang die Puppe auf, die Britten darstellt. Bis er herzhaft ausstößt „ich will raus“. Der Vorhang wird weggezogen, die Bühne freigemacht, auf der in der Folge Stationen von Brittens Leben – vor allem in der Schule, im Internat und der Musikuni ebenso dargestellt werden, wie jene aus der Piratenoper „The Golden Vanity“.

12-jähriger Top-Pianist

Vor der Bühne spielt der erst 12-jährige Lukas Sternath („ich spiel seit ich vier bin Klavier“) genial Brittens Melodien. Neben jenen der kurzen Oper würzen andere Konzert- und Lied-Kompositionen die Erzählungen aus dem Leben des Komponisten. Wie ein roter Faden zieht sich da das Hervorheben zweier Leidenschaften des Komponisten durch die knapp mehr als eine dreiviertel e Stunde: Jener zum Meer und der zur Musik. Meer und das Leben auf den Ozeanen und rund um sie – Seefahrt, Fischer …) spielt in vielen seiner Kompositionen eine große Rolle. Vor allem aber faszinierte ihn, dass er die unterschiedlichsten Stimmungen mit Musik ausdrücken kann – manchmal verwendete er auch die Formulierung „mit Musik malen“. Beides stellte genauso seine Sehnsucht dar. Als er im Internat Gresham in Holt in Norfolk nicht nur nicht mehr direkt am Meer wohnte, sondern auch noch ausgerechnet mit dem Musiklehrer im Clinch lag, wurde er ziemlich unglücklich und blühte erst wieder auf als er Jahre später ein Stipendium fürs königliche College of Music bekam, wo er bei bekannten Komponisten studierte.

Der Junge und das Meer
Eine Produktion der Wiener Sängerknaben
mit Puppenspieler/Schauspieler Nikolaus Habjan
Anlässlich des 100. Geburtstags von Benjamin Britten

Musik: Benjamin Britten (aus Five Waltze, Friday Afternoons - Begone, Dull Care, Cuckoo, Ee-oh!, Fishing Song, The Jazz Man UND The Golden Vanity)
Konzept und Regie: Christiane Lutz
Dramaturgie: Tina Breckwoldt
Klavier: Lukas Sternath
Musikalische Leitung: Jimmy Chiang
Ausstattung: Natascha Maraval
Grafik: Klaudia Lässer
Animation: Markus Raab
Technische Leitung: Roland Tscherne
Bühnentechnik: Adrian Iwanicki
Multimedia: Benny Heinzl
Kostüme: Susanne Koch, Assistenz: Isabella Janker
Assistent der Dramaturgie: Fritz, Requisiteure: Dorian, Joel, Lukas und Maxi
Stimmbildung: Erasmus Baumgartner, Dr. Gerhard Hörl, Barbara Palmetzhofer
Puppenspiel: Nikolaus Habjan
Wiener Sängerknaben
Unterstützung an Land: Tina Rohm, Thomas Berger, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer des Haydnchors der Wiener Sängerknaben

Wann und wo?
Öffentliche vorstellungen: 7., 8. November, 17.30 Uhr
Schulvorstellungen: täglich (bis 7. November) um 10 Uhr
MuTh, Konzertsaal der Wiener Sängerknaben
1020, Wien, Obere Augartenstraße 1E (Ecke Castellezgasse)
Telefon: (01) 1 347 80-80
oder
www.muth.at