Kiku
02.01.2012

85.000 singen für 500 Projekte

Philippinen sind heuer ein Schwerpunktland

Schäde durch Tropensturm „Washi“

Der Tropensturm „Washi“ hat auf den Philippinen mit meterhohen Sturzfluten und heftigen Sturmböen eine Spur der Verwüstung gezogen. Von den massiven Schäden sind auch Projektpartner_innen der Dreikönigsaktion, Hilfswerk der Katholischen Jungschar, betroffen. Die Dreikönigsaktion wird – mit Spenden der kommenden Sternsingeraktion - sowohl Soforthilfe leisten, als auch die Menschen vor Ort beim nachhaltigen Wiederaufbau unterstützen.

Mehr als 660 Todesopfer sind zu beklagen, mehr als 9.000 Häuser sind zerstört, an die 88.000 Menschen sind ohne Dach über dem Kopf.

Der Sturm und die Wassermassen haben auch bei einigen Projekte der Dreikönigsaktion dramatische Auswirkungen:

• Bei CERD (Centre for Empowerment and Resource Development) – eines der Beispielprojekte zur Sternsingeraktion 2012 – sind die Seegras-Farmen vernichtet. Die Fischer können wegen der Sturmschäden auf unbestimmte Zeit nicht zum täglichen Fischfang, der ihre Existenz sichert, ausfahren. Hier steht Soforthilfe auf dem Programm.
MASIPAG, ein Netzwerk für Biolandbau, berichtet von der Verwüstung der landwirtschaftlichen Flächen durch Überflutung und Schlammlawinen in Zamboanga del Norte. Häuser und Vorräte wurden zerstört, die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Trinkwasser ist wegen der Schäden bedroht.

Die Projektpartner_innen betonen auch, dass die Schäden auch deswegen so groß sind, weil die Menschen nicht auf die Naturgewalten vorbereitet waren. In Mindanao kommen Tropenstürme dieses Ausmaßes normalerweise nicht vor. Und auch in den weiter nördlich gelegenen Regionen der Philippinen, wo dies der Fall ist, wäre der Zeitpunkt sehr ungewöhnlich. Diese dramatischen Veränderungen der Wetterphänomene werden auf den weltweiten Klimawandel zurückgeführt. Ein Mal mehr zeigt sich, dass von den negativen Auswirkungen des Klimawandels vor allem die Ärmsten betroffen sind. Dazu Projektpartnerin Schwester Eufrocina Bandigan: „Viele sagen dass die Natur nun so zornig ist wegen dem, was die Menschen ihr angetan haben.“

Hintergrund

Mit den Spenden der Sternsingeraktion werden jährlich über 500 Hilfsprojekte in mehr als 20 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützt. 85.000 Sternsingerinnen und Sternsinger der Katholischen Jungschar sind seit knapp nach den Weihnachtsfeiertagen unterwegs durch Österreich. Ausbildung für Straßenkinder, Schutz des Lebensraumes von Ureinwohner_innen, Land für Bauernfamilien, Stärkung der Menschenrechte: Mehr als eine Million Menschen können jedes Jahr durch Engagement heimischer König_innen unterstützt werden. Im Vorjahr hat die österreichische Bevölkerung 14,8 Millionen € gespendet.

Seit den Anfängen im Jahr 1954 wurden insgesamt rund 310 Mio. € für notleidende Mitmenschen ersungen.

Fünf Bereiche

Die Dreikönigsaktion konzentriert sich auf fünf Bereiche:

• Kinder und Jugendliche, die eine faire Chance auf eine bessere Zukunft erhalten

• Bildung, damit die Betroffenen ihre Lebenssituation eigenständig verbessern

• Gesicherte Lebensgrundlagen durch nachhaltige Landwirtschaft, die Armut überwindet

• Stärkung von Menschenrechten und Zivilgesellschaft

• Kirche im Dienst an den Menschen, die sich für ganzheitliches Heil einsetzt

Die Kooperationsländer

Wirksame Entwicklungszusammenarbeit erfordert eine gute Kenntnis der lokalen Bedingungen. Mit den Spendenmitteln der Dreikönigsaktion werden Menschen in folgenden Ländern unterstützt: Ägypten, Äthiopien, Bolivien, Brasilien, El Salvador, Ghana, Guatemala, Indien, Kenia, Kolumbien, Nepal, Nicaragua, Papua Neu Guinea, Peru, Philippinen, Sri Lanka, Südafrika, Sudan, Tansania, Uganda.

Der sichere Weg der Spenden

1. In den österreichischen Pfarren wird die Basis gelegt: 85.000 Sternsinger_innen, 30.000 aktive Erwachsene und die Besuchten setzen ein solidarisches Zeichen.

2. Von engagierten Menschen aus den Entwicklungsländern werden Anträge zur Unterstützung an die Dreikönigsaktion, das Hilfswerk der Katholischen Jungschar, gerichtet.

3. Die Länderreferenten_innen im Büro der Dreikönigsaktion prüfen die Anträge auf effizienten Spendeneinsatz.

4. Das Interdiözesane Komitee, das Gremium aus Jungscharvertreter_innen aller Diözesen, trifft die Entscheidungen zur Projektunterstützung.

5. Die Finanzmittel werden in Raten an die Projektpartner_innen überwiesen, um das Projekt über eine Laufzeit von drei Jahren durchzuführen - nachhaltige Verbesserungen sind nur auf langfristigem Wege zu erreichen.

6. Die Länderreferenten_innen stehen in ständigem Kontakt mit den Projektpartner_innen, um eine effiziente Mittelverwendung zu gewährleisten. Die Projekte werden auch persönlich besucht. Nach Abschluss des Projektes wird die Erreichung der Ziele überprüft.

7. Die gesamte Finanzabwicklung der Dreikönigsaktion wird jährlich von unabhängigen Wirtschaftsprüfer_innen kontrolliert. Das „Spendengütesiegel“ der Dreikönigsaktion garantiert Transparenz und objektive Sicherheit bei der gesamten Spendenabwicklung.

 

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