Leben | Kiku 25.01.2012

12-Jährige schrieb Libretto für Kinderoper

Uraufführung von "Der gläserne Birnbaum", Gespräch mit der Jungautorin und Darstellerin der Hexe

Lieder von Mozart bis zu den Beatles, von Volksliedern bis zu Mendelssohn-Bartholdy sowie eine kompakte märchenhafte Kinderoper boten Kinder und Jugendliche der Wiener Chorschule an der Musikuni Montag Abend (23. Jänner) im Wiener Theater Akzent, "erstmals außerhalb der Universität", wie die Verantwortlichen ihren mutigen Schritt beschrieben.
Der Sangesreigen im ersten Teil unter dem Titel "A Variety of Voices" bleibt leider ein Einzelereignis, die Kinderoper wird andertags in einer Schulvorstellung nochmals gespielt, gesungen und musiziert.

Der gläserne Birnbaum
Die Kinderoper des Komponisten Guido Mancusi zeichnet sich dabei durch zwei Besonderheiten aus: Ersten singen und spielen ausschließlich Kinder. Und zweitens, vielleicht sogar noch erstaunlicher: Die Geschichte, sozusagen das Grundgerüst des Librettos stammen von der – damals erst 12-jährigen Laura Mancusi. Nach der Premiere, in der die mittlerweile noch nicht ganz 14-Jährige selbst die Hexe Kunigundula, spielte und sang, erzählte sie dem Online-Kinder-KURIER, wie’s dazu gekommen war.

Interview

Wassernixen weisen den Weg
© Bild: MusikUniWien

"Also, wir hatten eine Schularbeit mit Reizwörter: Berg, Birne, Baum und Glas. Da hab ich mir eine Geschichte ausgedacht, in der eine Frau ihr Kind mit Hilfe einer gläsernen Birne rettet. Das ist eine ungewöhnliche Kombination. So was mag ich!"
Für die Oper wurde aus der Mutter und ihrem Kind eine Schwester (Grete) und ein Bruder (Markus). Der wird von einer Schlange gebissen (bekanntes Opernmotiv, z.B. Eurydike), Grete rennt um Hilfe, trifft Wassernixen, die ihr sagen, die hexe könne ihr helfen. Die erweist sich jedoch als ziemlich böse, will sie – und ihren Begleiter, den Glücksvogel Zsa-Zsa nur verspeisen. Irgendwie gelingt es ihnen, die Hexer zu Fall zu bringen, den Baum mit den gläsernen Birnen, von dem sie ihnen vorher noch erzählt hatte, zu erreichen… Natürlich Happy end.
"Ich hab meinen Papa (den Komponisten) gebeten, dass er die Hexe so anlegt, dass sie für mich stimmlich passt, ich wollt sie unbedingt spielen, ich bin eine kleine Diva, das sagen auch Freundinnen zu mir."
Ab kommendem Jahr wird Laura, die schon ihr halbes Leben lang Klavier spielt, seit vier Jahren Unterricht in Stimmbildung genießt und in der Schule in Bühnenspiel geht, ins MusikGymnasiumWien wechseln. Die Verbindung von Gesang und Schauspiel – da beginnen ihre Augen noch mehr zu leuchten. "Ich üb jeden Tag im Durchschnitt mindestens eineinhalb Stunden, das macht mir total Spaß und ich bin sicher, wenn ich einen anderen Beruf machen müsste, würde ich nicht so glücklich werden und sein."

( Kurier ) Erstellt am 25.01.2012