Island-Vulkan Eyjafjallajokull.

© APA/EPA/S.OLAFS

Gletschervulkan
08/23/2014

Island: Kontinentalplatten verschoben

Experten beurteilen die plötzliche Erhöhung der Kontinentalbewegung als "dramatisch".

Die jüngsten Serie von Erschütterungen rund um den Gletschervulkan Bardarbunga in Island haben offenbar mit einer auffallenden Verschiebung der Kontinentalplatten zu tun. Laut einer Aussendung der isländischen Wetter- und Erdbebenwarte Vedurstofa vom Samstag haben sich die europäische und die nordamerikanische Kontinentalplatte in dem Gebiet innerhalb weniger Tage um 20 Zentimeter verschoben.

Die Bebentätigeit nahm am Samstagvormittag insgesamt erneut zu. Normalerweise verschieben sich die Landmassen an der quer durch Island verlaufenden Kontinentalspalte um höchstens zwei Zentimeter pro Jahr und führen so zu einem Wachsen der Nordatlantikinsel. Experten beurteilen die plötzliche Erhöhung der Kontinentalbewegung laut isländischen Internetberichten als "dramatisch".

Die Seismologen beobachteten am Samstag eine rasche Verlagerung der Erdbebenschwärme rund um den Bardarbunga in Richtung Nordost. Dies könnte bedeuten, dass die unterirdischen Magmaströme in nordöstlicher Richtung abfließen. Das würde einen Ausbruch im Bereich des Hauptkraters weniger wahrscheinlich machen, als bisher angenommen.

Dafür könnte eine Eruption am Rand des Gletschermassivs in der Gegend des Dyngjujökull stattfinden, wo die Eisdecke nur ein Viertel der Stärke im Vergleich zum Hauptkrater beträgt. Dort ist das Eis teilweise nur 200 Meter dick, während sie über dem Hauptkrater rund 800 Meter beträgt. Ein Geologenteam wollte sich noch am Samstag per Flugzeug einen Überblick über die aktuelle Situation in dem Gebiet machen.

Insgesamt bebte die Erde in dem Gletschergebiet seit Freitag vor einer Woche an die 5.000 Mal – zeitweise im Minutentakt. Die isländischen Behörden riefen daher vergangenes Wochenende die zweithöchste Vorwarnstufe für einen möglicherweise bevorstehenden Vulkanausbruch aus. Die Gegend um den Bardarbunga wurde zur Sicherheitszone erklärt und rund 200 Touristen innerhalb von zwei Tagen evakuiert.

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