Leben
31.10.2017

#HowIWillChange: Wie sich Männer ändern wollen

Nachdem Frauen auf der ganzen Welt unter dem Hashtag #metoo von sexuellen Übergriffen berichten, sammeln Männer unter dem Stichwort #HowIWillChange Ideen, wie sie ihren Umgang mit Frauen ändern wollen.

#metoo – an diesem Stichwort kam man in der vergangenen Woche kaum vorbei. Aus gutem Grund: Im Sog des Missbrauchsskandals um Filmproduzent Harvey Weinstein hat sich eine breite gesellschaftliche Debatte über sexuelle Belästigung und Gewalt gegen Frauen formiert. Dass Weinstein nur die Spitze des Eisbergs ist, zeigen Berichte Tausender Frauen, die im Netz unter dem Hashtag #metoo ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung kundtun. In Frankreich hat die #MeToo-Kampagne gegen sexuellen Missbrauch sogar den Sprung aus dem Internet auf die Straße gemacht. In Paris gingen am Sonntag tausende zumeist weibliche Demonstranten auf die Straße, um gegen sexuelle Übergriffe zu protestieren (mehr dazu hier).

Wie ich mich ändern werde ...

Nun klinken sich auch Männer in die Diskussion ein. Angeregt von den Berichten über sexuelle Gewalt und Belästigung befassen sich derzeit immer mehr Männer mit ihrem Umgang mit Frauen. Im Netz teilen sie unter #HowIWillChange Ideen, wie sie ihre Interaktionsmuster ändern wollen.

Besonders oft wird betont, dass man künftig nicht mehr zusehen werde, wenn eine Frau belästigt, ausgebeutet oder missbraucht wird. Auch gegen sexistische Witze sprachen sich die User - unter anderem - aus.

Die Idee zu #HowIWillChange kam vom australischen Comedian Benjamin Law. Am 16. Oktober hatte er in einem Tweet Männer dazu aufgerufen, zu erklären, wie sie sich bessern wollen:

"Viele zimperliche Typen"

Neben zahllosen Zeichen gegen Sexismus und mutigen Bekenntnissen zu einem Umgang auf Augenhöhe, mischen sich jedoch auch Postings unter die Hashtag-Kampagne, die die Aktion ins Lächerliche ziehen.

Für User, die den Hashtag als "sinnlos" bezeichnen und auf ihrer männlichen Obrigkeit bestehen, hat Benjamin Law eine Botschaft parat. Er berichtet, dass er für seinen Aufruf viel Kritik bekommen und Unverständnis geerntet habe - und fügt hinzu: "Viele zimperliche Typen unter meinem Post bestehen darauf, sie seien 'nicht Teil des Problems'. Ihr seid die Definition des Problems. Dann nehmt eure Wut mit ins Grab", schrieb er auf Twitter.

Was ist am Arbeitsplatz erlaubt, was nicht? Wo bekommt man Hilfe bei sexueller Belästigung? Antworten auf diese Fragen finden Sie hier.