Hollywood attackiert Filesharer Hotfile

Homepage des Filesharing-Dienstes Hotfile.
Foto: Screenshot

Filmstudios wollen nach Megaupload weiteren Filesharing-Dienst ohne langes Verfahren abdrehen.

Nach dem Aus für den Filesharing-Dienst Megaupload nimmt die Hollywood-Filmindustrie einen weiteren Dienst ins Visier, der ihrer Meinung nach ein Hort für Raubkopien ist: Hotfile. Die Motion Picture Association of America (MPAA) hat vor einem Bezirksgericht in Florida einen Antrag auf eine so genannte summarische Beurteilung (summary judgement) eingereicht. Mit einer solchen ist ein sofortiges legales Vorgehen ohne langes Verfahren gegen Hotfile möglich.

Laut dem Antrag sei das Geschäftsmodell von Hotfile "ununterscheidbar zu dem der Webseite Megaupload, welche unlängst als kriminell angeklagt wurde, weil sie dasselbe tat wie Hotfile. Die Verteidiger haben sogar zugegeben, dass sie Hotfile gegründet hätten, `um mit Megaupload zu konkurrieren`", wie TorrentFreak berichtet. Gerichtspapiere geben die Filmstudios 20th Century Fox, Universal Studios, Columbia Pictures und Warner Bros. als Ankläger an.

Klage und Gegenklage

Die MPAA samt den benannten Filmstudios hat bereits im Februar 2011 eine Klage gegen Hotfile wegen mehrfachen Verstoßes gegen den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) eingereicht. Hotfile-Besitzer Anton Titov ist sich keiner Schuld bewusst. Gegen Nutzer des Filesharing-Dienstes, die regelmäßig gegen Urheberrechte verstießen, würde aggressiver denn je vorgegangen werden, außerdem wurde ein Meldeverfahren für Rechteinhaber installiert.

Auserwählten Rechteinhabern wurde laut Titov sogar ein Werkzeug zur Verfügung gestellt, mit dem Inhalte sofort offline gestellt werden konnten, die ihrer Meinung nach gegen ihre Rechte verstießen. Die klagenden Filmstudios waren offenbar nicht unter den Besitzern eines solchen Werkzeugs. Im September 2011 reichte Hotfile laut ArsTechnica gegen Warner Bros. eine Klage ein, weil das Filmstudio mehrmals die Entfernung von Inhalten verlangte, für die es laut Hotfile keine Rechte besaß.

Profit aus Urheberrechtsverletzungen

Die MPAA sieht die Sache natürlich anders: "Hotfile ist verantwortlich für Milliarden an Urheberrechts-verletzenden Downloads von geschützten Werken, inklusive des wertvollen Film- und Fernseh-Eigentums der Kläger. Genauso wie andere Piraten-Dienste, die zuvor aktiv waren, von Napster über Grokster zu Isohunt und Limewire, existiert Hotfile, um von Urheberrechts-Verletzungen zu profitieren.

Zum Umfang der Online-Piraterie scheint die MPAA klare Vorstellungen zu haben: "Mehr als 90 Prozent aller von Hotfile heruntergeladenen Dateien sind Urheberrechts-verletzend und fast jeder Hotfile-Benutzer beteiligt sich an Urheberrechts-Verletzungen."

Sicherer Hafen

Hotfile beruft sich vor Gericht auf die "Safe Harbour"-Regelung des DMCA, welche das Fortbestehen von Diensten schützt, die Urheberrechts-verletzendes Material auf Aufforderung entfernen. Wie die BBC anmerkt, wird damit beispielsweise auch der Betrieb von YouTube ermöglicht. Laut MPAA ist die "Safe Harbour"-Regelung wegen zahlreicher Verstöße bei Hotfile nicht mehr anwendbar.

(futurezone) Erstellt am
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