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Leben
03/09/2012

Hollywood attackiert Filesharer Hotfile

Filmstudios wollen nach Megaupload weiteren Filesharing-Dienst ohne langes Verfahren abdrehen.

von David Kotrba

Nach dem Aus f├╝r den Filesharing-Dienst Megaupload nimmt die Hollywood-Filmindustrie einen weiteren Dienst ins Visier, der ihrer Meinung nach ein Hort f├╝r Raubkopien ist: Hotfile. Die Motion Picture Association of America (MPAA) hat vor einem Bezirksgericht in Florida einen Antrag auf eine so genannte summarische Beurteilung (summary judgement) eingereicht. Mit einer solchen ist ein sofortiges legales Vorgehen ohne langes Verfahren gegen Hotfile m├Âglich.

Laut dem Antrag sei das Gesch├Ąftsmodell von Hotfile "ununterscheidbar zu dem der Webseite Megaupload, welche unl├Ąngst als kriminell angeklagt wurde, weil sie dasselbe tat wie Hotfile. Die Verteidiger haben sogar zugegeben, dass sie Hotfile gegr├╝ndet h├Ątten, `um mit Megaupload zu konkurrieren`", wie TorrentFreak berichtet. Gerichtspapiere geben die Filmstudios 20th Century Fox, Universal Studios, Columbia Pictures und Warner Bros. als Ankl├Ąger an.

Klage und Gegenklage

Die MPAA samt den benannten Filmstudios hat bereits im Februar 2011 eine Klage gegen Hotfile wegen mehrfachen Versto├čes gegen den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) eingereicht. Hotfile-Besitzer Anton Titov ist sich keiner Schuld bewusst. Gegen Nutzer des Filesharing-Dienstes, die regelm├Ą├čig gegen Urheberrechte verstie├čen, w├╝rde aggressiver denn je vorgegangen werden, au├čerdem wurde ein Meldeverfahren f├╝r Rechteinhaber installiert.

Auserw├Ąhlten Rechteinhabern wurde laut Titov sogar ein Werkzeug zur Verf├╝gung gestellt, mit dem Inhalte sofort offline gestellt werden konnten, die ihrer Meinung nach gegen ihre Rechte verstie├čen. Die klagenden Filmstudios waren offenbar nicht unter den Besitzern eines solchen Werkzeugs. Im September 2011 reichte Hotfile laut ArsTechnica gegen Warner Bros. eine Klage ein, weil das Filmstudio mehrmals die Entfernung von Inhalten verlangte, f├╝r die es laut Hotfile keine Rechte besa├č.

Profit aus Urheberrechtsverletzungen

Die MPAA sieht die Sache nat├╝rlich anders: "Hotfile ist verantwortlich f├╝r Milliarden an Urheberrechts-verletzenden Downloads von gesch├╝tzten Werken, inklusive des wertvollen Film- und Fernseh-Eigentums der Kl├Ąger. Genauso wie andere Piraten-Dienste, die zuvor aktiv waren, von Napster ├╝ber Grokster zu Isohunt und Limewire, existiert Hotfile, um von Urheberrechts-Verletzungen zu profitieren.

Zum Umfang der Online-Piraterie scheint die MPAA klare Vorstellungen zu haben: "Mehr als 90 Prozent aller von Hotfile heruntergeladenen Dateien sind Urheberrechts-verletzend und fast jeder Hotfile-Benutzer beteiligt sich an Urheberrechts-Verletzungen."

Sicherer Hafen

Hotfile beruft sich vor Gericht auf die "Safe Harbour"-Regelung des DMCA, welche das Fortbestehen von Diensten sch├╝tzt, die Urheberrechts-verletzendes Material auf Aufforderung entfernen. Wie die BBC anmerkt, wird damit beispielsweise auch der Betrieb von YouTube erm├Âglicht. Laut MPAA ist die "Safe Harbour"-Regelung wegen zahlreicher Verst├Â├če bei Hotfile nicht mehr anwendbar.

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