Leben 15.03.2012

Google-Suche wird "menschlicher"

Konzern will schrittweise semantische Suche einführen, bei der der Sinn von Begriffen erkannt wird.

Google will bei seiner Suchmaschine künftig stärker direkte Antworten auf die Fragen seiner Anwender und Fakten liefern. Der Internetkonzern arbeite zur Zeit an einem massiven Umbau seiner Suchfunktionalitäten, berichteten das Wall Street Journal (WSJ) am Donnerstag. Mit einer neuen Suchformel solle die semantische Suche eingeführt werden. Damit könnten die Anwender Fragen nach Personen, Orten und Dingen stellen, deren Sinn dann von der Suchmaschine erkannt wird. Laut dem WSJ soll es die bislang umfassendste Änderung von Googles Kernprodukt sein.

Als Beispiel führt die Zeitung eine Suche nach dem Begriff "Lake Tahoe" auf. Statt langen Linklisten würden künftig zunächst die Fakten aufgeführt, die Google über den See auf der Grenze der US-Bundesstaaten Nevada und Kalifornien kennt. Das wären die Details wie die Lage und Höhe des Sees oder die Durchschnittstemperatur und der Salzgehalts des Wassers. Ähnlich funktioniert bereits die Suchmaschine Wolfram Alpha. Laut einer Person, die mit den Plänen vertraut ist, will der Konzern die User damit dazu bringen, mehr Zeit auf der Seite der Suchmaschine zu verbringen, anstatt sie über einen Link sehr schnell wieder zu verlassen. Der Zeitraum, den ein Nutzer auf einer Webseite verbringt, ist etwa für den Online-Werbemarkt äußerst relevant.

Die neue semantische Suche könne zehn bis 20 Prozent aller Suchanfragen bei Google betreffen. Ein Google-Sprecher wollte der Zeitung keine Stellungnahme zu dem Bericht geben.

( futurezone ) Erstellt am 15.03.2012