Google: Stromverbrauch wie Großstadt

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Rechenzentren konsumieren jährlich 2,26 Milliarden Kilowattstunden. Außerdem: Google-Vorstoß in Lokal-Angebote.

Google hat eines seiner am besten gehüteten Geheimnisse gelüftet: den Stromverbrauch seiner gigantischen Rechenzentren, über die die Suchanfragen dieser Welt laufen. Im vergangenen Jahr zeigten die Stromzähler 2,26 Milliarden Kilowattstunden an, wie Google der örtlichen Zeitung "Mercury News" am Donnerstag verraten hat.

Das entspricht dem Bedarf einer deutschen Großstadt. Allerdings betonte der zuständige Google-Manager Urs Hoelzle im Firmenblog, dass der Konzern massiv in regenerative Energien investiere und die Rechenzentren zudem nur die Hälfte dessen verbrauchten, was üblich sei. "Unsere Rechner verbrauchen weniger Energie pro Nutzer als ein Licht, das drei Stunden brennt."

Google hatte über Jahre ein großes Geheimnis aus seinem Stromverbrauch gemacht, um der Konkurrenz keine Anhaltspunkte über das rasante Wachstum des Internetriesen zu geben. Über die Server von Google laufen nicht nur die Anfragen der Suchmaschine, sondern auch Videos der Tochter Youtube, der E-Mail-Dienst Gmail oder das neue soziale Netzwerk Google+.

Übernahme von Restaurantführer Zagat

Google macht einen weiteren Schritt in Richtung lokale Internetangebote. Der Suchmaschinen-Marktführer hat den Restaurantführer Zagat übernommen, der vor allem in den USA weit verbreitet ist. Zagat gibt auch Tipps zum Einkaufen oder Übernachten.

"Zagat wird ein Eckpfeiler unserer lokalen Angebote sein", schrieb die zuständige Google-Managerin Marissa Mayer am Donnerstag im Firmenblog. Sie will die Zagat-Inhalte eng mit der Suchmaschine und dem Kartendienst Google Maps verknüpfen. Einen Preis nannte sie nicht.

Zagat-Gründer: "Baby in guten Händen"

Zagat wurde vor 32 Jahren von den Eheleuten Nina und Tim Zagat gegründet. Die beiden kündigten in einer Mitteilung an ihre Nutzer an, auch weiter an Bord zu bleiben und den Zusammenschluss aktiv zu begleiten. "Wir sind begeistert darüber, unser Baby in so guten Händen zu sehen."

Zagat wurde als handliches Büchlein für einzelne Regionen groß. Mittlerweile muss sich das Urgestein der Branche gegen viele Nachahmer im Internet behaupten. Bereits 2008 hatte das Ehepaar Zagat versucht, den Restaurantführer zu verkaufen, machte aber in der heraufziehenden Wirtschaftskrise einen Rückzieher.

(apa,dpa / dav) Erstellt am
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