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Leben Gesellschaft

Tiercoach: Meerschweinchen sind kein Kinderspielzeug

Die beliebten Nager werden oft falsch gehalten. Wissen verhindert Tierleid.

von Hedwig Derka

10/02/2022, 05:00 AM

Meerschweinchen zĂ€hlen zu den beliebtesten Nagern daheim: Die FellknĂ€uel sind putzig anzuschauen, sie kommunizieren lautstark mit ihrem Besitzer und fordern weniger Zeit als grĂ¶ĂŸere Vierbeiner. Doch so sehr die Stachelschweinverwandten, die einst ĂŒber den Ozean nach Europa kamen, erfreuen, so beharrlich halten sich Mythen ĂŒber ihre BedĂŒrfnisse. Ein großes Herz fĂŒr die Kleintiere ist nicht genug, Wissen ist der beste Schutz.

KURIER-Tiercoach Katharina Reitl nimmt den Welttierschutztag am 4. Oktober – dem Namenstag des italienischen Mönches und spĂ€teren Schutzpatrons der Tiere Franz von Assisi – zum Anlass, um ĂŒber die fĂŒnf hĂ€ufigsten Fehler in der Meerschweinchen-Haltung aufzuklĂ€ren.

Mythos EinzelgÀnger

„Meerschweinchen leben in grĂ¶ĂŸeren Gruppen, zwei Exemplare sind zu wenig“, sagt Reitl. So wie in der Wildnis SĂŒdamerikas fĂŒhlen sich die Nager unter Ihresgleichen am wohlsten. Eine Vergesellschaftung mit Kaninchen darf nicht sein: Die Hasenartigen sind stĂ€rker, haben ein ausgeprĂ€gtes Revierverhalten und kommunizieren anders.

Mythos Kinderhaustier

„Meerschweinchen gelten als ideales Haustier fĂŒr Kinder, jedoch so pauschal stimmt das nicht“, sagt der Zoodoc aus der Ordination Tiergarten Schönbrunn. Die filigranen Nager sind sehr schreckhaft, die wenigsten wollen herumgetragen oder gestreichelt werden. Eine AnnĂ€herung von oben empfinden sie als Bedrohung. Reitl betont: „Im Grunde gibt es gar kein klassisches Kleintier fĂŒr Kinder. Heranwachsende sind erst ab zirka sechs Jahren zur teilweisen Übernahme der Betreuung und einem artgemĂ€ĂŸen Umgang fĂ€hig.“

Mythos KĂ€fig

Die Formel „Kleine Tiere brauchen wenig Platz“ trifft sicher nicht auf Meerschweinchen zu. „In der Natur fressen die Nager mit dem großen Bauch und den kurzen Beinen auf weiten Weiden“, sagt die Expertin. Entsprechend brauchen sie Auslauf – am besten geschĂŒtzt in einem Außengehege.

Mythos ErnÀhrung

„Meerschweinchen vertragen Körnermischungen schlecht und auch kein Obst“, sagt Reitl und rĂ€t von allzu nĂ€hrstoffreichem Futter und sĂŒĂŸen FrĂŒchten ab. Vielmehr machen sie reichlich Rohfasern, GrĂ€ser und KrĂ€uter gesund satt. Die genĂŒgsamen Fresser neigen zu Übergewicht.

Mythos Gesundheit

„Auch wenn es fĂŒr Meerschweinchen keine Impfungen gibt, sollen sie einmal jĂ€hrlich zum Check“, sagt die Expertin. Vor allem Zahnprobleme mĂŒssen saniert werden, Krallen gehören gepflegt. Das Abtasten ermöglicht dem VeterinĂ€rmediziner, Krankheiten rechtzeitig zu erkennen. Beutetiere zeigen gesundheitliche Probleme von Natur aus spĂ€t, Routine-Kontrollen können gravierenden Leiden vorbeugen.

„Meerschweinchen sind lustig“, sagt der KURIER-Tiercoach: „Und wie jedes Haustier haben sie ein Recht auf artgemĂ€ĂŸe Haltung.“

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