Leben
30.08.2017

Gartenschau: Lasst euch jetzt pflanzen!

Am Wochenende erfahren Blumenfreunde in Tulln, was im Garten angesagt ist.

Der Tullner Unternehmer mit dem grünen Daumen, Anton Starkl, hat in diesen Tagen wieder einmal alle Hände voll zu tun. Denn auf dem Messegelände in der niederösterreichischen Bezirkshauptstadt wird am Donnerstag die Leistungsschau seiner Branche eröffnet: die 64. Internationale Gartenbaumesse.

Dort holen sich Menschen, die ihre Zeit gerne im Garten oder bei Gartenbaumessen verbringen, Anregungen für die kommende Saison. Anton Starkl aus der gleichnamigen Gärtner-Dynastie (vier Geschwister, 13 Familienmitglieder, insgesamt achtzig Mitarbeiter) taucht in der Einser-Halle in Tulln in ein buntes Meer aus 200.000 Blumen. Fragt man Herrn Starkl, welche Blume die Blume der kommenden Saison ist, dann sagt der erfahrene Mann nach einer kurzen Nachdenkpause: "Die Hortensie." Insider wissen, dass diese Frage durchaus legitim ist. Denn im Herbst pflanzen sie die Blumenzwiebel, die im kommenden Jahr zur Augenweide werden sollen. Zur Hortensie ist Folgendes zu sagen: Sie ist natürlich keine Erfindung des Jahres 2018, aber Gärtner Starkl schätzt an ihr, dass "sie sehr dankbar ist und uns während der gesamten Grill- und Badesaison Freude bereitet".

Des Gärtners Ode an die Freude in Ehren, manchmal jedoch ist die Vorfreude größer als das, was die Natur zulässt. Eine erfahrene Gärtnerin erzählt hinter vorgehaltener Hand: "Wer sich an den Fotos in englischen Gartenmagazinen erfreut, sollte nicht enttäuscht sein, wenn die eigenen Blumen nicht ganz so prächtig werden. Die Hortensie benötigt besondere Standorte."

Kleine Nelken zu Ostern

200.000 bunte Blumen in einer Halle? "Wir wollen zeigen, dass Gärtner und Floristen zu jedem Anlass etwas beitragen können", erklärt Barbara Nehyba von der Messe Tulln. Wie feiern Gärtner und Floristen Weihnachten bereits Anfang September in Tulln? "Mit roten Amaryllis und weißen Orchideen." Und Silvester? "Silvester wird aus weißen Lilien und Hortensien floral dargestellt." Und dann ist es bekanntlich auch nicht mehr weit bis Ostern: "Da zeigen wir vier Meter große Hasen mit vielen kleinen Nelken, Mini-Hortensien, zarten Rosen, kleinen Sonnenblumen und Gänseblümchen."

Der essbare Garten

Und dann gibt es da noch einen Trend, der wahrscheinlich auch Nicht-Gärtner und Non-urban-gardener erfreuen wird: Anton Starkl nennt ihn "Genussgarten oder Nascheck". Sein Kollege Wolfgang Praskac spricht wiederum vom "essbaren Garten". Und bietet für alle, die sich in diesem Sommer an selbst gezogenen Gurken, Paradeisern, Him- und Heidelbeeren abgegessen haben, einige Alternativangebote. Als da wären: zunächst einmal die exotische Indianer-Banane (politisch Korrekte nennen sie Dreilappige Papau oder Asimina triloba). Mit der herkömmlichen Banane hat sie wenig zu tun, dank ihres hohen Gehalts an Vitamin A und C passt sie jedoch gut in die gesunde Ecke.

Weitere Angebote aus dem Gartenzentrum des ebenfalls in Tulln stationierten Gärtners Praskac sind die dunkel-violette Apfelbeere oder Aronia (hat einen fein-herben und säuerlichen Geschmack), die Honigbeere, die orangefarbenen Kakis sowie die essbaren Dirndln.

Gärtner wie er sind übrigens auch Hellseher, weil sie heute Trends in die Erde setzen, die in ein paar Jahren spruchreif werden.

Blumenmeer in Tulln

Von Donnerstag bis Montag findet die 64. Internationale Gartenbaumesse auf dem Messegelände in Tulln statt. Die Messegesellschaft bewirbt sie als Europas größte Blumenschau. 530 Aussteller zeigen in Tulln 200.000 Blumen, dazu die Trends rund um Pflanzen, Obst, Gemüse bis hin zu Pools und Gartenmöbel. Die Tageskarte kostet 13 Euro. Highlight für Kinder: eigene Kindergärtnerei. Kostenloser Bus-Shuttle vom Hauptbahnhof Tulln bzw. vom Bahnhof Tullnerfeld. Mehr unter:www.messe-tulln.at