Leben
02.11.2017

On air: Fox-News-Moderator nennt Hillary Clinton "Präsidentin"

Moderator Sean Hannity verpasste Hillary Clinton am Montag irrtümlicherweise einen Präsidententitel.

Dank eines Versprechers wird Fox News-Moderator Sean Hannity derzeit im Netz viel Aufmerksamkeit zuteil. Als Hannity am Montag on air die Vorwürfe gegen Paul Manafort, seines Zeichens Donald Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager, als Unwahrheiten abtat und Hillary Clinton im selben Atemzug vorwarf, Uran an Russland verkauft zu haben, passierte das Hoppla. "Das ist das, was die Medien ignorieren. Das ist das, was wichtig ist. Das sind die Fakten. Was hat Hil... Was hat Präsidentin Clinton. Oder Möchtegern-Präsidentin Clinton, Präsident Obama und wichtige Mitglieder der Regierung – was haben sie über den Uran-Skandal gewusst?", sagte der Moderator.

Auf Twitter ließen die Reaktionen auf den Versprecher nicht lange auf sich warten:

Auch Hannity selbst meldete sich auf dem Kurznachrichtendienst zu Wort: "Oh mein Gott. Ein 20-minütiger Monolog und mir passiert einmal ein Fehler. Ich sollte gekündigt werden!", schrieb der US-Amerikaner entnervt.

Hausarrest für Trumps Ex-Wahlkampflei­ter

Fast ein Jahr nach der Wahl Trumps zum US-Präsidenten hat es bei den Untersuchungen des Sonderermittlers Robert Mueller in der "Russland-Affäre" erste Anklagen gegeben. Trumps früherer Wahlkampfmanager Paul Manafort und dessen einstiger Geschäftspartner Rick Gates sollen sich wegen einer Reihe von Finanzverbrechen vor Gericht verantworten. Konkret werden Manafort und Gates unter anderem Verschwörung gegen die USA im Zusammenhang mit Steuerbetrug, Falschaussagen und Geldwäsche angelastet. Sie stellten sich am Montag in Washington der Bundespolizei FBI und plädierten für "nicht schuldig". Trotzdem ist Manafort unter Hausarrest gestellt worden (mehr dazu hier).

Donald Trump unterstellt Hillary Clinton unterdessen einen Uran-Deal mit Russland: Im Februar behauptete er, Clinton habe in ihrer Zeit als Außenministerin Russland 20 Prozent des Urans der Vereinigten Staaten überlassen. Konkret geht es darum, dass Russlands Atomenergiebehörde Rosatom zwischen 2009 und 2013 nach und nach Beteiligungen an dem kanadischen Unternehmen Uranium One erwarb, das Uran produziert. Dieses Unternehmen besitzt auch Minen, Werke und Land im amerikanischen Bundesstaat Wyoming. Die Unterstellung des amerikanischen Präsidenten erwies sich rasch als haltlos. Wie das amerikanische Nachrichtenportal Politfact bereits im vergangenen Jahr in einem Bericht hervorhob, besitzt Uranium One lediglich 20 Prozent der Kapazitäten für die Uranproduktion der Vereinigten Staaten. Es handelt sich also um die Möglichkeit, Uran zu produzieren – nicht um tatsächlich produziertes Uran.