Leben
29.11.2018

Forscher schluckten Lego-Köpfe, um Eltern Ängste zu nehmen

Sie hatten bei dem Selbstexperiment keinerlei Schmerzen oder sonstige Symptome.

Ein Team von Ärzten aus Australien und Großbritannien wollte wissen, wie lange es dauert, bis ein geschluckter Legostein wieder ausgeschieden wird. Die Ergebnisse ihrer Forschung, die sie im Journal of Paediatrics and Child Health in einem Artikel veröffentlicht haben, sollen besorgte Eltern beruhigen.

In der "noblen Tradition des Selbstexperiments" haben die sechs Forscher jeweils den Kopf einer Lego-Figur in der Größe von zehn Mal zehn Millimeter geschluckt. Spielzeugteile sind die zweithäufigsten Fremdkörper, die Kinder schlucken, wie der Guardian berichtet. Darum verursacht die Vorstellung bei Eltern häufig Ängste. In der Regel werden sie aber innerhalb weniger Tage wieder ohne Schmerzen oder Nebenwirkungen ausgeschieden.

Für die Weihnachtsausgabe der Zeitschrift, in der häufig skurrile Studien präsentiert werden, entschied sich das Team dazu, ein Selbstexperiment durchzuführen. "Wir konnten von unseren Testpersonen nichts verlangen, was wir nicht auch selbst machen würden", heißt es dort.  

Für den Versuch entwickelten die Forscher ihre eigenen Messparameter: Die Härte des Stuhls und dessen Durchlaufzeit. Eine der Autorinnen des Berichts, Grace Leo, sagte, sie hoffe, dass der Bericht Menschen zum Lächeln bringt und Eltern gleichzeitig beruhigt. Eltern sollten aber einen ärztlichen Rat einholen, wenn ihre Kinder Dinge verschlucken, die scharf, länger als fünf Zentimeter, breiter als 2,5 Zentimeter und Magnete, Münzen oder Knopfbatterien sind oder ihre Kinder über Schmerzen klagen.

Die meisten kleinen, glatten Gegenstände aus Kunststoff würden jedoch problemlos ausgeschieden werden können. Sind Eltern unsicher, sollten sie ebenfalls einen Arzt aufsuchen, so Leo.

Keine Symptome

Sie selbst könne sich nicht mehr erinnern, ob sie den Kopf der Lego-Figur vor oder nach dem Frühstück runtergeschluckt habe. Alle Forscher hätten es jedoch zwischen sieben und neun Uhr in ihrer jeweiligen Zeitzone mit einem Schluck Wasser getan. Bei den meisten Forschern wurde dieser nach ein bis drei Stuhlgängen wieder ausgeschieden. Ein Forscher habe den Kopf jedoch nicht finden können, weswegen er seinen Stuhl zwei Wochen lang untersuchen musste. Bei ihr selbst, war der Kopf schon beim ersten Stuhl dabei, weswegen sie sehr erleichtert war.

Keiner der Forscher hatte Schmerzen aufgrund des Legos. In dem Bericht heißt es aber, dass die Eingeweide von Kindern möglicherweise anders reagieren könnten.

Leo hofft, dass Eltern bei runtergeschluckten, kleinen Spielzeugteilen künftig keine Ängste mehr haben und den Stuhl ihrer Kinder auch nicht untersuchen. "Wenn es sich um einen kleinen Lego-Kopf handelt, müssen sie den Stuhl nicht untersuchen. Das sollte Eltern etwas Herzschmerz ersparen, es sei denn, es handelt sich um einen sehr geliebten Lego-Kopf."