Knopfbatterie verschluckt: Honig kann helfen

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Schwere Verätzungen im Magen können durch Honig gemildert werden bis die Batterie entfernt werden kann.

Honig kann schwere Verletzungen im Magen kleiner Kinder reduzieren, die eine Knopfbatterie verschluckt haben. Das gilt allerdings nur zur Überbrückung der Zeit, bis die Batterie möglichst zeitnah entfernt wird. Das konnte ein amerikanisches Team aus Hals-, Nasen- und Ohrenspezialisten am Kinderkrankenhaus in Philadelphia nachweisen.

Aufgrund ihrer Größe, der zuckerlähnlichen Form und der glänzenden Metalloberfläche sind Knopfzellen seit Jahrzehnten ein Risiko für Kleinkinder. Wenn die Batterie mit Speichel und Gewebe der Speiseröhre reagiert, entsteht eine Lösung, die das Gewebe auflöst. Erste Symptome können Halsschmerzen, Husten, Fieber, Schluckbeschwerden, schlechte orale Aufnahme oder geräuschvolles Atmen sein. Dies kann zu schweren Komplikationen wie Rissen der Speiseröhre, Stimmbandlähmung und Zersetzen der Atemwege oder der großen Blutgefäße führen.

Schützende Barriere

Je länger es dauert, bis die Batterie entfernt wird, desto höher ist das Risiko für die Kinder. Der Honig bildet eine schützende Barriere zwischen dem Gewebe und der Batterie. In Laborexperimenten mit Schweinen untersuchten die Forscher unterschiedliche mögliche Hausmittel wie Säfte, Softdrinks und Sportgetränke. Honig zeigte die besten schützenden Wirkungen. Es kam zwar dennoch zu Verletzungen – diese fielen jedoch oberflächlicher und lokal begrenzter aus.

" Knopfbatterien werden in den Vereinigten Staaten mehr als 2.500 Mal pro Jahr von Kindern aufgenommen, mit einem mehr als zwölffachen Anstieg der Todesfälle in den vergangenen zehn Jahren im Vergleich zum vorherigen Jahrzehnt", sagte Studienautor Ian N. Jacobs. "Da ein ernsthafter Schaden innerhalb von zwei Stunden nach der Einnahme einer Batterie auftreten kann, ist das Intervall zwischen Einnahme und Entfernung eine kritische Zeit, um zu handeln und um Verletzungen der Speiseröhre zu reduzieren."

Nicht unter einem Lebensjahr

Frühere veröffentlichte Studien dieses Teams zeigten einen ähnlichen Effekt für schwach saure Flüssigkeiten wie Zitronensaft. Viele Kinder trinken jedoch keinen Zitronensaft. Im Gegensatz dazu ist der süße Geschmack von Honig für kleine Kinder viel schmackhafter.

"Unsere Empfehlung wäre, dass Eltern und Betreuer in regelmäßigen Abständen Honig geben, bevor ein Kind ein Krankenhaus erreichen kann", sagte Jacobs. Die Autoren warnen jedoch davor, diese Substanzen bei Kindern zu verwenden, bei denen ein klinischer Verdacht auf eine bestehende Sepsis oder Risse der Speiseröhre oder eine bekannte schwere Allergie gegen Honig besteht. Bei Kindern unter einem Jahr sollte Honig aufgrund des Botulismusrisikos nicht gegeben werden.

Knopfbatterien sollten immer in einem gesicherten Behälter außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. "Eltern und Betreuer sollten alle elektronischen Produkte im Haushalt überprüfen und sicherstellen, dass sich die Batterie in einem Fach befindet, zu dessen Öffnung ein Werkzeug benötigt wird und das regelmäßig überprüft wird, um sicherzustellen, dass es im Laufe der Zeit sicher bleibt", schreiben die Studienautoren.

( kurier.at , ege ) Erstellt am 11.06.2018