Leben 28.03.2012

Forscher entwickeln Feindesliste für Facebook

Auf dem "EnemyGraph", einer neuen Facebook-App, hat H.C. Strache bereits jetzt mehr Feinde als Windows oder Katzen.

Das Forscherteam rund um den Leiter Dean Terry und den Studenten Bradley Griffith haben mit „EnemyGraph" eine Facebook-App entwickelt, die es ermöglicht, Feinde zu markieren. Statt „Dislike", der Begriff wurde von Facebook für Entwickler gesperrt, nannten sie die App einfach „Enemy" - also Feind. Mit der App lässt sich nun das Freunde-Konzept von Facebook ad absurdum führen, denn man kann unter seinen Freunden Feinde markieren. Aber auch Seiten oder Interessen können als „Feind" markiert werden.

Neben Justin Bieber und McDonalds landete auch bereits ein Österreicher in den „Trending Topics" der Facebook-Feinde: H.C. Strache. Dieser hat zum jetzigen Zeitpunkt mehr Feinde als Katzen oder Windows.

"Social Media Blasphemy"

Enemy Graph
© Bild: Screenshot

Der Grund für das Forscherteam, überhaupt eine derartige App zu entwickeln, ist rasch erklärt: "Ich denke, Social Media braucht eine Störung. Es braucht seine Dosis Johnny Rotten", so der Forschungsleiter, der das Projekt gegenüber dem "Chronicle of Higher Education" auch als "Social Media Blasphemy" bezeichnet.

Die „Feinde"-App dürfte für alle, die seit langem einen „Dislike"-Button vermissen, Freude bereiten. Zwar sprachen sich rund 3,2 Millionen Facebook-Nutzer für einen derartigen Knopf aus, doch Facebook verweigerte diesen bisher. Man habe wichtigeres zu tun, hieß es auf diverse Medienanfragen. Doch Fakt ist, dass Facebook sein Geld vor allem durch den Verkauf von Werbung erwirtschaftet – und Werbekunden laufen davon, wenn bei ihren Produkten plötzlich die negativen Bewertungen überwiegen würden.

Facebook hat bisher auf die neue App noch nicht reagiert. Doch das Forscherteam rechnet selbst damit, dass sich die App nicht lange auf Facebook halten werde.

( futurezone ) Erstellt am 28.03.2012