Leben
26.11.2017

Was Mütter in ihren Bloggs erzählen

Allein in Österreich gibt es 130 Seiten mit rund vier Millionen Klicks zum Thema Familie.

Als Christina Tropper mit Zwillingen schwanger war, reagierten viele ihrer Freunde vor allem mitleidig. Dabei freute sie sich so sehr, dass Baby zwei und drei im Doppelpack auf die Welt kommen. Tatsächlich war das Leben mit drei kleinen Kindern alles andere als einfach.

Doch es blieb noch genug Energie, um darüber im Internet zu schreiben. Ihren Blog nennt sie treffenderweise einerschreitimmer.com, und sie spricht damit vielen Zwillings-Müttern aus der Seele – und anderen Mehrfach-Mamas. Inzwischen setzt sie sogar auf gedrucktes Papier und veröffentlichte gemeinsam mit ihrem Mann den Ratgeber "Die Trotzphase ist kein Ponyhof". "Das Buch ist voller Erfahrungsberichte und Tipps als Mutmacher für alle Eltern, die kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehen", erklärt sie.

Geschütze Privatsphäre

Auch Buben-Mama und PR-Profi Birgit Strohmeier bloggt seit 21. März 2009 unter dem Titel "Muttis Nähkästchen" (muttis-blog.net), mit ihren zahlreichen Tipps für den Alltag zwischen Beruf und Familie. Von ihren Kindern findet man auf der Webseite weder Fotos noch Namen. "Ich will die Privatsphäre meiner Kinder schützen – daher bleibe ich so anonym wie möglich. Weil ich mit den Inhalten eine große Hilfestellung für andere Eltern sein möchte, berichte ich auch über persönliche Probleme. Da möchte ich es meinen Kindern tunlichst ersparen, dass sie später einmal ausgelacht werden, nur weil jemand zufällig etwas gegoogelt hat."

2000 deutschsprachige Familienblogs listet das deutsche Magazin Brigitte und ständig werden es mehr. Gerade bei diesem Thema gibt es für die Bloggerinnen – nur wenige sind Männer – besondere Herausforderungen. Ein guter Grund für Strohmeier, Tropper und Bettina Apelt (fruehesvogerl.de), dieses Wochenende in Salzburg das erste Zusammentreffen der österreichischen Familienbloggerinnen zu organisieren.

Bessere Vernetzung

130 Blogs mit rund vier Millionen Klicks gibt es in Österreich, schätzt Strohmeier. Die Organisatorinnen wollen zu einer besseren Vernetzung der Frauen und einer Professionalisierung beitragen. Wer glaubt, dass Bloggen ein Hobby ist, der irrt, betont sie: "Die Texte in einem Blog sind vielleicht zwanzig Prozent der Arbeit – ein Blog braucht schließlich Leser und die bekommt man durch einen Mix von Social-Media-Marketing." Manche vernetzen sich untereinander, damit sie auf einer Plattform wie zum Beispiel www.familienblogs.at leichter gefunden werden.

Daher geht es bei dem Treffen um Fragen wie die Selbstdarstellung auf Pinterest, rechtliche Aspekte und Schreibtipps. Und um den Kontakt mit Geldgebern. So diskutieren bei der Konferenz PR-Profis über den Umgang mit Kooperationspartnern – wie dem Supermarkt, der für die Pausenstärkung sorgt. Schließlich wollen die Bloggerinnen auch Geld verdienen – Kinder sind ja ein teures Hobby.