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Leben Essen & Trinken
12/10/2021

Vanille­zucker, Vanillepaste oder Extrakt: Was am meisten bringt

Nicht jede Schote ist ein Aromaknüller: Die deutsche Stiftung Warentest hat 42 Vanille-Produkte getestet.

von Anita Kattinger

In der Weihnachtszeit darf ein besonders teures Gewürz nicht fehlen: Vanille. Von den Hunderten Vanillesorten haben nur zwei eine große Bedeutung im Lebensmittelhandel und der Industrie: Vanilla planifolia findet sich in den meisten Vanille-Produkten.

Die Sorte aus dem Hauptanbaugebiet Madagaskar darf auch Bourbon-Vanille genannt werden, wenn sie von speziellen Inseln der Region stammt. Wenige Produkte enthalten die Sorte Vanilla tahitensis, die weniger Vanillin enthält, dafür Anisnoten.

Die sensiblen Pflanzen müssen jahrelang großgezogen und die Blüten händisch bestäubt werden, was sich im Preis widerspiegelt. Zudem bilden die Schoten nur Vanillin aus, wenn sie in den Tagen nach der Ernte abwechselnd in der Sonne trocknen und in Decken lagern.

Wegen des hohen Preises von echter Vanille, die u.a. auf Madagaskar angebaut wird, greifen Hobbybäckerinnen und Hobbybäcker für Vanillekipferl und andere Kekse gerne auf Vanillezucker, -pasten oder Vanille-Extrakte zurück. Aber versprechen die preiswerteren Alternativen die gleiche Geschmacksexplosion wie das Mark von Vanilleschoten?

Dieser Frage gingen die Tester der deutschen Stiftung Warentest nach: Sie testeten 42 Produkte auf ihre Qualität und Aromanoten.

Zuerst das erfreuliche Ergebnis: In keinem Produkte hatte die Industrie versucht, die teure Vanille durch synthetische Substanzen nachzuahmen. Wer eine Geschmacksexplosion in seinen Backwaren wünscht, sollte laut den Produkttestern zu echter Vanille greifen. Die ganzen oder gemahlenen Schoten überzeugte mit sehr guten oder guten Geschmacksnoten.

Drei Vanillezucker und zwei Extrakte sind ebenso empfehlenswert. Pasten konnten nicht überzeugen. Hauptaromastoff der Vanille ist das Vanillin, dessen Gehalt in den Pasten allerdings in sieben Fällen nur ausreichend vorhanden war und einmal gar mangelhaft. Ein Teelöffel Paste enthielt im Schnitt nur 0,2 Gramm Vanillin, das entspricht einem Zwanzigstel einer herkömmlichen Schote.

Die Ergebnisse

Die 17 ganzen und gemahlenen Vanilleschoten zeigten im Test unterschiedliche Aroma­gehalte. Zu den Testsie­gerinnen gehören auch preis­werte Schoten: Zwei-Gramm-Vanilleschoten mit sehr gutem Aroma­gehalt sind bereits für weniger als 1,75 Euro zu bekommen. Sie bieten damit ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die teuerste Schote im Test für 8,70 Euro ist dagegen kein Top-Produkt. Unter den Marken schnitten u.a. Sonnentor, Lidl und Rapunzel besonders gut ab. Kotanyi schnitt vom Vanillegehalt her nur befriedigend ab.

Vanillezucker besteht aus Kristall­zucker plus zerkleinerten Schoten, natürlichem Vanillearoma oder Vanilleextrakt. Hier schnitten Alnatura, dm Bio und Rewe besonders gut ab. Dr. Oetker und Denree schnitten nur befriedigend ab.

Vanilleextrakte basieren auf Zuckersirup, der Vanille enthält. Der Produkttest zeigt, dass die Spanne des Vanille­gehalts in dieser Produkt­gruppe riesig ist und sich zwischen 0,3 Prozent und üppigen 13 Prozent befindet. Hier schnitten zwei deutsche Marken am besten ab: Jene vom Hamburgischen Genuss Kontor (sehr gut) sowie Madavanilla (gut).

Vanillepasten enthalten neben Vanille­bestand­teilen meist Zuckersirup und Verdickungs­mittel. Viele Anbieter versprechen, dass bereits ein Teelöffel Vanillepaste einer Vanilleschote entspreche. Stiftung Warentest überprüfte, ob dieser Vergleich stimmt. Das Ergebnis: Enttäuschend.

Tipp: Hier können Sie die Test-Ergebnisse von Stiftung Warentest im Detail kostenpflichtig nachlesen.

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