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Leben Essen & Trinken
08/05/2022

Star-Koch Schuhbeck muss wegen Steuerhinterziehung vor Gericht

Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass Schuhbeck in finanziellen Schwierigkeiten steckt.

Der MĂŒnchner Starkoch Alfons Schuhbeck (73) muss wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung vor Gericht. Das Landgericht MĂŒnchen I ließ die Anklage gegen ihn zu, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag bestĂ€tigte. Schuhbecks Anwalt Sascha König wollte sich auf Anfrage zunĂ€chst nicht zur Eröffnung des Hauptverfahrens Ă€ußern. Bereits zur Anklageerhebung im vergangenen Jahr hatte Schuhbeck nichts dazu sagen wollen.

Vor drei Jahren waren die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft MĂŒnchen I wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen Schuhbeck bekannt geworden. In diesem Zusammenhang wurden auch seine GeschĂ€ftsrĂ€ume durchsucht. "Ich werde sehr eng und sehr offen mit den Behörden zusammenarbeiten, um alle VorwĂŒrfe zu entkrĂ€ften", sagte der Koch damals. Er stehe "den Behörden in allen Fragen Rede und Antwort".

Wann der Prozess beginnen soll, war nach Gerichtsangaben zunĂ€chst noch unklar. „Termine wurden bislang noch nicht bestimmt“, sagte der Gerichtssprecher.
Schuhbeck ist einer der bekanntesten Köche und Gastronomen Deutschlands. Er hat schon die Beatles und Charlie Chaplin bekocht, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Queen Elizabeth II. - und immer wieder auch den FC Bayern MĂŒnchen. Sein Name ist eine Marke. Er baute ein Firmengeflecht auf mit drei Restaurants, einem Catering-Service, einem Eissalon und GewĂŒrzlĂ€den.

Insolvenz

Im vergangenen Jahr wurde allerdings bekannt, dass Schuhbecks Imperium in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Er meldete Insolvenz an und begrĂŒndete das mit dem Ausbleiben von Staatshilfen im Zuge der Corona-Pandemie.

"Nachdem die vollmundig angekĂŒndigten Staatshilfen bei mir bis heute ausgeblieben sind, muss ich fĂŒr meine Betriebe Insolvenz anmelden", sagte Schuhbeck damals laut einer Mitteilung, die ĂŒberschrieben war mit "Das nĂ€chste Corona-Opfer". Bis zuletzt habe er auf staatliche Finanzhilfen gehofft und private Gelder in sein Unternehmen gesteckt, ließ Schuhbeck damals mitteilen. "Doch jetzt ist Schluss."

Allerdings hatte Schuhbeck nach Informationen des Bundesamtes fĂŒr Justiz (BFJ) seit 2017 keine GeschĂ€ftsberichte mehr veröffentlicht. Da dies gegen die im Handelsgesetzbuch fĂŒr mehrere Arten von Unternehmen vorgeschriebene Offenlegungspflicht verstĂ¶ĂŸt, leitete die Bonner Behörde Ordnungsgeldverfahren ein, wie das BFJ kurz nach Bekanntwerden des Insolvenzverfahrens auf Anfrage mitteilte.

Im Bundesanzeiger fehlten im Sommer die Bilanzen der "Schuhbeck's Holding GmbH & Co. KG" und "Schuhbeck's Partyservice GmbH und Co. KG“ fĂŒr die Jahre 2017, 2018 und 2019. Deswegen wurden Ordnungsgeldverfahren gegen die Unternehmen eingeleitet, wie das Bundesamt mitteilte.

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