Viele bunte Eiskugeln in verschiedenen Geschmacksrichtungen, einige mit Minzblättern garniert, liegen dicht nebeneinander.

Coole Kugeln: Das sind die Eistrends 2026

Süßer Genuss: Klassiker bleiben, doch Eis hat längst mehr Bedeutung: Neue Sorten, gesunde Zutaten und überraschende Texturen kombinieren verstärkt Genuss und Erlebnis.

Sie heißen „Avocado-Limette-Honig“, „Miso-Karamell“ oder „Matcha-Limette“ und machen Geschmack auf die kommende Saison. Im März sperren die Eissalons traditionell wieder auf und spätestens mit warmen Sonnenstrahlen und Frühlingsbeginn bilden sich Schlangen vor den Vitrinen. Und jedes Jahr wiederholt sich das gleiche: Neben den nie aus der Mode kommenden Klassikern gibt es Neues aus Stanitzeln und Eisbechern zu schlecken.

Neuzugänge müssen sein

„Manches ist einfach gefragt, da muss man mitgehen“, erklärt Margit Mauß die Notwendigkeit von Neuzugängen. Im Eissalon Mauß, den ihre Eltern 1969 in Wien-Ottakring eröffneten, fand 2026 etwa der Lotuskeks Einzug. Die kleinen Kekse werden hauptsächlich zum Kaffee serviert, kürzlich wurden sie allerdings auch Teil eines Social-Media-Hypes. Einige Stunden in griechischem Joghurt eingeweicht, entsteht daraus der sogenannte „Japanese Cheese Cake“.

Alte und neue Lieblinge

Die Kreativität der Eismacher und die Probierfreude der Kunden gehen alljährlich fast wie von selbst aufs Neue ein Techtelmechtel ein. Mit ungewissem Ausgang allerdings. „Manche Kunden sind so begeistert, dass sie dabei bleiben. Andere bestellen beim nächsten Mal wieder ihre Lieblingssorte“, kennt Mauß ihre Kunden.

Ihren  Lieblingssorten bleiben die Österreicherinnen und Österreicher übrigens seit Jahrzehnten treu. Noch immer liegen die im Eismacher-Jargon „Standardsorten“ genannten Geschmacksrichtungen Vanille, Schoko, Erdbeere, Haselnuss – aber auch Pistazie ganz vorne. Manche der neuen Einzelsorten legten allerdings eine unerwartete Karriere hin. Im Eissalon Mauß zählt dazu die Sorte Sanddorn-Holunder. „Wir haben sie nur als Sondersorte ausprobiert. Aber sie kam so gut an, dass wir sie seither jeden Tag produzieren.“

Lifestyleprodukt

Neben den unterschiedlichen Geschmäckern tut sich in Sachen Eistrends allerdings noch einiges mehr. Längst wird die süße Nascherei zum Lifestyleprodukt aufgemotzt, das verschiedenste Zeitgeistströmungen widerspiegelt. Funktionalität und Gesundheit finden sich zunehmend auch in der Eisproduktion, wie der Mintel Trend Report 2026 des gleichnamigen, weltweit aktiven Marktforschungsinstituts postuliert. Eis mit Protein, Ballaststoffen, Probiotika oder Kollagen gilt als trendy, zuckerreduzierte und ketofreundliche Sorten rücken ebenfalls in den Vordergrund.

Die großen Trends der Gegenwart wie Nachhaltigkeit, pflanzenbasiert, natürlicher Geschmack machen auch vor der Eisproduktion nicht Halt, hat „Gerogelato“ analysiert. Die Consultingfirma ist darauf spezialisiert, handwerklich arbeitende, kleine Eismacher in Spanien und Italien zu beraten.

Als ob so ein Stanitzel, Becherl oder Eiscoup nicht schon genug wohlige Reize für die Geschmackspapillen setzen würde, soll Eis im Jahr 2026 auch multisensorisch und mit neuen Texturen überraschen. Das heißt: Nicht mehr schlecken allein macht den Genuss aus, cremige oder knusprige Schichten sollen sich ablösen – und dazwischen beißt man in zerkleinerten Kuchenteig.

Und vielleicht schwappt schon bald einer der heißesten Eistrends der USA nach Europa: „Nitro Ice Cream“ verspricht dank der Verwendung flüssigen Stickstoffs nicht nur eine besonders cremig-feine Struktur der Schleckerei. Dass der Gefriereffekt direkt vor den Kunden spektakulär und in minimaler Zeit erfolgt, liefert auch noch Showeffekte.

Ingrid Teufl

Über Ingrid Teufl

Redakteurin im Ressort Lebensart. Gesundheit, Wellness, Lifestyle, Genuss. Seit 1997 beim KURIER, Studium Geschichte/Publizistik, Germanistik, Politikwissenschaften [Mag.phil.] Mag Menschen, Landschaften und Dinge, die gut tun, gut schmecken, gut riechen, neu sind.....und darüber schreiben.

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